Sport : Olympia in Berlin?: Nein, sagt Diepgen

Es war nach dem Debakel bei der Olympiabewerbung für die Sommerspiele 2000 fast zu befürchten: Dem Senat von Berlin samt dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen fehlt jeglicher Mut für einen neuen Anlauf. Nach einem Gespräch mit den Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) für Deutschland, Walther Tröger, und des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, erklärte Diepgen, dass sich Berlin für die Sommerspiele 2012 oder später auf keinen Fall bewerben würde. Damit bleibt es bei der olympischen Gastgeberrolle Berlins 1936.

Als Interessenten für die Sommerspiele 2012 oder 2016 bleiben damit die mitteldeutsche Region um Leipzig, Stuttgart und das Rhein-Ruhr-Gebiet im Rennen. Bundesinnenminister Otto Schily tendiert in Sachen deutsche Olympiabewerbung 2012 zu einer Kandidatur der Region "Rhein und Ruhr". Leipzig wie Berlin würden durch die Millionen-Zuschüsse zum Stadion-Bau für die Fußball-WM 2006 schon erheblich begünstigt, sagte Schily in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung". Grundsätzlich unterstützt Schily - wie auch NOK-Präsident Tröger und IOC-Vizepräsident Thomas Bach - eine deutsche Bewerbung für die Spiele: "Sie sollte aber besser ausfallen als die von Berlin für 2000. Noch einmal dürfen wir uns nicht derartig blamieren", sagte er.

Die Bundesregierung werde alles dafür tun, Deutschland bei der Fußball-WM 2006 als "sportbegeistertes, weltoffenes, modernes Land" zu präsentieren: "Wenn es uns darüber hinaus gelingen sollte, 2012 die Olympiade nach Deutschland zu holen, dann habe ich nichts dagegen." Dem Leistungssport sagte Schily trotz der "notwendigen Haushaltseinsparungen" weiter seine Unterstützung zu.

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