Olympia : IOC will US-Verband weniger zahlen

Die Verteilung der Dollar-Milliarden aus Fernseh- und Sponsorengeldern innerhalb des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird zum Machtkampf.

Denver - Das IOC hat in der Dauerfehde mit dem Nationalen Olympischen Komitee der USA (USOC) um eine gerechtere Ausschüttung der Gelder die Geduld verloren und will nun eine Entscheidung erzwingen. Den Olympiern kam daher vor der Sitzung der IOC-Exekutive in Denver eine einstimmige Resolution der 26 Sommer-Sportverbände (ASOIF) gerade recht. Die Sommerverbände fordern, dass die krasse Bevorteilung des USOC endlich beendet werden müsse.

„Wir sind wütend, weil wir seit vier Jahren an diesem Thema arbeiten und es keinerlei Fortschritte gibt“, erklärte der alte und neue ASOIF-Präsident Denis Oswald. Der Schweizer Multifunktionär ist gleichzeitig Mitglied der IOC-Exekutive und damit Strippenzieher und Erfüllungsgehilfe in Personalunion. Eine friedliche Einigung scheint ausgeschlossen. Das IOC will zum Jahr 2020 den unbefristeten Kontrakt mit dem USOC kündigen, der den US-Amerikanern im Vergleich zu allen anderen 204 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) unverhältnismäßige Vorteile einräumt. Oswald sagt: „Wir haben dem USOC einen Zwei-Stufen-Plan vorgeschlagen, aber keine Antwort bekommen.“ Der Vorschlag sah eine USOC-Beteiligung in Höhe von 14 Millionen Dollar an den Olympia-Kosten vor. In diesem Bereich hat das USOC bisher keinen Cent lockergemacht. Zudem wird eine Unterstützung der Spitzenverbände und NOKs erwartet.

Die internationalen Fachverbände und NOKs monieren, dass das US-amerikanische NOK in mehr als zwei Jahrzehnten fast soviel verdient hätte wie alle anderen zusammen. 1988 hatte der damalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch einen zeitlich unbegrenzten Deal mit den Amerikanern abgeschlossen. Danach gehen 12,75 Prozent der Zahlungen des US-Fernsehens und 20 Prozent der Einkünfte aus dem globalen TOP-Sponsoren-Programm des IOC an das USOC. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte Oswald, „das USOC leistet außer der Abstellung seiner Athleten keinen wirklichen Beitrag.“ Allerdings sei er auch bereit anzuerkennen, dass die USA aus kommerzieller Sicht das wichtigste Land der Welt seien. dpa

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