Sport : Olympia ist kein Ponyhof

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Die Britin Charlotte Dujardin ritt erst eine Runde im Londoner Dressurviereck, da war schon zu erahnen, was Minuten später Gewissheit sein würde: Das wird Gold, sie ist die Beste – besser als alle Deutschen. Keine olympische Goldmedaille für die deutschen Dressurreiter. Nicht im Einzel, nicht in der Mannschaft. Das kann doch nicht ... Wo es ständig um den Vergleich geht, war der historische schnell zur Hand. Jemand zählte nach: Seit 48 Jahren hat es das nicht gegeben. Und keine Medaille für das Team der Deutschen Springreiter! So ein schlechtes Ergebnis gab es wohl seit 84 Jahren nicht.

Ist der deutsche Reitsport am Ende? Natürlich nicht. Man muss nur die Zahlen zur Seite schieben und schon findet sich: eine Mannschafts-Silbermedaille in der Dressur zum Beispiel, gewonnen von drei Olympia-Debütantinnen; Doppelgold in der Vielseitigkeit, wo nicht nur die deutsche Mannschaft siegte, sondern Michael Jung auch im Einzel gewann. Einzig den Springreitern fehlte neben dem Erfolg auch die Moral, was wirklich Grund zu Ärger bot . Janne-Friederike Meyer, die vor dem letzten Ritt schon verkündet hatte, mit ihrem Pferd künftig nicht mehr bei Championaten antreten zu wollen, ritt dementsprechend: ohne Biss. Und Christian Ahlmann suchte die Schuld für die eigenen schlechten Ritte bei seinem Pferd. Ja, der Kurs in London war schwer. Aber Olympia ist kein Ponyhof. Gold im Parcours gewannen am Ende die Briten. Übrigens zum ersten Mal seit 60 Jahren.

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