Sport : Olympia ohne Gezeter

Robert Ide verlangt Ruhe für die Bewerbung von München

Robert Ide

Olympische Spiele in Deutschland, davon träumen viele Sportfans. Das Problem ist aber meist: Auch viele Politiker, Funktionäre und lokale Würdenträger wollen sich mit dem Glanz der fünf Ringe schmücken. Auch deshalb sind die vergangenen deutschen Bewerbungen grandios gescheitert. Berlin bekam für die Kampagne 2000 gerade neun Stimmen im IOC zusammen – zu dilettantisch hatten sich damals Lokalpolitiker an internationaler Sportpolitik versucht. Die Bewerbung für Leipzig 2012 scheiterte bereits in der Vorauswahl. Die Stadt, die in einem zermürbenden nationalen Wettbewerb gefunden worden war, stellte sich als zu klein für Olympia heraus – und als Bewerbung ohne nationale Unterstützung. Nicht einmal die in Dresden ansässige Landesregierung zeigte durchgehend ein Interesse an den Spielen in Leipzig. Der sächsische Kleinkrieg endete im Fiasko.

Nun versucht es Deutschland mit den Winterspielen 2018. Gestern haben sich München und der Deutsche Olympische Sportbund auf das Bewerbungskonzept geeinigt – eines, das Mut macht. Ohne Gezeter wurde die Bewerbung auf drei Standorte konzentriert: In München finden die Eissportarten statt, in Garmisch- Partenkirchen die Skidisziplinen und auf der Eisbahn in Königssee die Rodelrennen. Weitere lokale Kleininteressen werden nicht bedient. Andere Städte wie Berlin und Hamburg, die gern Sommerspiele austragen würden, halten sich zurück – sie haben sogar ihre Hilfe zugesagt.

Nun aber schießt Bayerns Staatsregierung quer; auch Inzell, Oberstdorf und Ruhpolding wollen noch olympisch werden. Dabei kann man aus den vergangenen Niederlagen doch lernen: Olympische Spiele gewinnt man nur gemeinsam. Gemeinsam für einen.

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