Sport : Olympia ohne Schwergewicht: Thorpe verpasst Qualifikation

Foto: dapd
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Berlin - Den Reportern, die am Beckenrand des „Aquatic and Leisure Centre“ in Adelaide warteten, trat ein tief enttäuschtes Idol entgegen. „Es ist wirklich hart, dass ich gescheitert bin“, sagte Ian Thorpe. Er, der populärste Schwimmer Australiens, hatte sich mit maximalem Einsatz durchs Becken gepflügt, aber für die Zuschauer und die Experten war es bloß ein mitleiderregender Anblick.

50,35 Sekunden benötigte Thorpe für 100 Meter Freistil, das reichte gerade zu Platz 21 im Vorlauf. Der Traum von den Olympischen Spielen, vom großen Auftritt nach fünf Jahren Wettkampfpause, war zu Ende. Die nationale Olympiaqualifikation wurde für Ian Thorpe zum traurigen Ereignis. Gescheitert über 200 Meter Freistil, gescheitert nun auch über 100 Meter Freistil. Der australische Weltmeister James Magnussen fasste die Stimmung in der Halle in einem Satz zusammen: „Wir leiden alle mit ihm.“

Nur ein Platz in der Staffel war realistisch, daran bestand nie ein Zweifel. Dass sich Thorpe auf einer Einzelstrecke qualifizieren würde, das war nahezu ausgeschlossen. Wer fünf Jahre keinen Wettkampf absolviert, dem fehlt eigentlich alles. Die Grundschnelligkeit, die optimale Technik, vor allem jene psychische Härte, die man nur durch Wettkämpfe bekommt und behält. „Ich bereue nicht, dass ich es versucht habe“, sagte der fünfmalige Olympiasieger, aber „jetzt muss ich es erst mal sacken lassen“. fmb

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