Olympia-Ruderin : Drygalla distanziert sich von rechter Szene

05.08.2012 17:00 Uhr
Ruderin Nadja Drygalla bei einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in ihrem Heimatverein, dem Olympischen Ruder-Club Rostock (ORC). Foto: dpa
Ruderin Nadja Drygalla bei einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in ihrem Heimatverein, dem Olympischen Ruder-Club Rostock (ORC). - Foto: dpa

Ruderin Nadja Drygalla meldet sich zu Wort. Sie selbst lehne rechtes Gedankengut ab, wie sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa sagte. Ihre Sportlerkarriere will sie nicht an den Nagel hängen.

Warum Drygalla aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist

Waren Sie selbst auf Demonstrationen?

Nein, überhaupt gar nicht. Ich habe keine Verbindung in seinen Freundeskreis und diese Szene gehabt und lehne das absolut ab. Bei mir kann man suchen, wie man möchte: Man wird bei mir nichts in diese Richtung finden. Heute lese ich in der Zeitung, dass das auch der Verfassungsschutz bestätigt.

Es gibt Bilder im Internet, die sie angeblich bei einer Demonstration 2009 in Malchow zeigen sollen.

Das bin ich nicht, das kann ich ganz klar sagen. Ich empfinde das als unfair und ungerechtfertigt. Da können Sie fragen, wen sie möchten: Ich habe keinen Kontakt gehabt, noch bin ich jemals auf Demonstrationen gewesen.

Ihr Auto wurde bei einer rechten Demonstration registriert...

Weil mein Freund es in meiner Abwesenheit benutzt hat. Ich war zu der Zeit im Trainingslager und habe ihm hinterher klar gesagt, dass das nicht geht. Dafür hatte ich mein Auto nicht zur Verfügung gestellt.

Wie wurde die Beziehung von Ihrem Verein aufgenommen?

Es gab ziemlich viele Gespräche. Es wurde mit den Sportlern, meinen Freunden und auch den Trainern thematisiert. Es gab ganz klar die Meinung, dass sie seine Richtung nicht teilen, dass sie dies auf jeden Fall ablehnen. Wenn es sportliche Veranstaltungen gab, war ich halt da und habe das getrennt. Es gab auch Stimmen, die mir eine Trennung nahegelegt haben. Vom Deutschen Ruderverband wurde ich nie persönlich darauf angesprochen.

Fühlen Sie sich gut unterstützt vom Deutschen Ruderverband?

Seit ich am Freitagmorgen abgereist bin, habe ich ein Telefonat mit dem Sportdirektor geführt und vereinbart, dass es nach den Olympischen Spielen zu weiteren Gesprächen kommt.

Haben Sie Reaktionen von Teamkolleginnen erhalten?

Ich habe mit jedem Olympia-Teilnehmer aus Rostock und mit meinem Achter darüber gesprochen. Meine Abreise konnte jeder verstehen, jeder fand die Begründung dafür gut.

Weshalb sind Sie im vergangenen Jahr aus dem Polizeidienst ausgeschieden?

Ich habe Gespräche mit meinen Vorgesetzten bei der Polizei gehabt, in denen auch die Beziehung thematisiert und an meiner Loyalität gegenüber dem Polizeidienst gezweifelt wurde. Ich bin selber zu der Erkenntnis gelangt, dass es dort Konflikte gibt und dass ich freiwillig austrete. Es war sehr schwer aufzuhören, weil ich ein Stück meiner sicheren Zukunft aufgegeben habe.

Eigentlich sollten Sie nun Anfang September in die Sportfördergruppe der Bundeswehr gehen. Ist das jetzt vom Tisch?

Ich habe darüber keine Informationen.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

So richtig kann ich gerade nicht abschätzen, in welche Richtung es läuft. Natürlich möchte ich mit dem Sport weitermachen. Ich wünsche mir, dass ich meine Pause in Ruhe beginne und dann Anfang September wieder anfangen kann. Ich hoffe zudem, dass manche Sachen in den Medien richtig gestellt werden. Ich habe viele Bilder gesehen, unter denen mein Name stand und vermeintliche Fakten gelesen, die einfach falsch sind. Ich kann das Interesse an dem Thema nachvollziehen, aber die Diskussion läuft seit drei Tagen ohne Kommentare von mir. Dafür ist mit vielen falschen Sachen und Überschriften rumgeworfen worden. Wenn einfach nur die falschen Dinge richtig gestellt würden, wäre ich schon zufrieden. (dpa)

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