• Olympia: Siebenkampf ohne Klüft Titelverteidigerin startet im Weit- und Dreisprung

Sport : Olympia: Siebenkampf ohne Klüft Titelverteidigerin startet im Weit- und Dreisprung

Stockholm - Schwedens Siebenkampf-Star Carolina Klüft ist innere Zufriedenheit wichtiger als eine weitere Goldmedaille bei Olympia in Peking. Die seit 2001 im Siebenkampf ungeschlagene Olympiasiegerin von Athen 2004 begründete am Mittwoch ihren Verzicht auf die Verteidigung des Titels mit „fehlender Motivation“. In „Svenska Dagbladet“ sagte die 25-Jährige über ihre Entscheidung für einen Start als Außenseiterin in den Einzeldisziplinen Weit- und Dreisprung: „Ich bin meinem Herzen gefolgt. Und das ist tausendmal wichtiger als eine eventuelle Goldmedaille.“

Die Schwedin hatte schon im Winter nach 19 Siebenkampf-Siegen in Folge mit Olympia-Gold 2004, drei WM- und zwei EM-Titeln angedeutet, dass ihr der Kick für einen neuen Anlauf fehle. „Ich hab einen inneren Dialog mit mir selbst geführt und bin dann meinem Herzen gefolgt“, berichtete die beim Publikum wegen ihrer explosiven Freudenausbrüche weltweit beliebte Athletin.

Klüft machte keinen Hehl daraus, dass sie sich dem Druck von Verbandsspitze und Stockholmer Medien nicht beugen wollte. Denen fällt der Verzicht auf eine unter normalen Umständen sichere Goldmedaille für Schweden schwer. „Es ist ja so leicht, sich einfach von dem mitziehen zu lassen, was andere meinen. Ich will diesen Tanz um die Leistungshysterie aber nicht mitmachen“, sagte Klüft, bekräftigte aber ihre Medaillenambitionen im Weitsprung: „Ich würde nie und nimmer umsteigen, wenn ich nicht felsenfest überzeugt davon wäre, dass ich es auch hier ganz weit bringen kann.“ 2004 bei der Hallen-WM in Osaka hatte Klüft Bronze geholt. Sie ist aber noch nie über sieben Meter gesprungen und liegt mit einer Bestweite von 6,97 Metern deutlich hinter der Weltspitze zurück. Aber das stört Klüft nicht: „In zehn Jahren würde ich mich schwarz ärgern, wenn ich an meine Lebensphilosophie weniger geglaubt hätte als an eine Medaille.“ Schwedens größte Zeitung „Aftonbladet“ hingegen schrieb: „Die Leichtathletik trauert. Uns gehen zwei wunderbare Tage in Peking und eine sichere Goldmedaille verloren.“ dpa

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