Olympia : Stars ohne Angst vor Anschlägen

Der 11. September 2001 ist noch allgegenwärtig, die Anschläge der jüngsten Vergangenheit schüren Sorgen, doch die meisten deutschen Top-Stars gehen ohne Ängste vor neuen Terror-Aktionen in die XX. Olympischen Winterspiele von Turin.

Turin - Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) unter den deutschen Olympia-Teilnehmern.

«Die Terror-Gefahr ist immer latent. Wie die Entführung der beiden Deutschen im Irak zeigt, ist niemand vor der Gefahr von Übergriffen gefeit», sagte Gold-Hoffnung Anni Friesinger. «Ich bin mir bewusst, dass überall so etwas passieren kann - das gehört jetzt leider zu unserem Leben», meinte die Eisschnelllauf-Olympiasiegerin von Salt Lake City, die vor vier Jahren die extremen Sicherheitsvorkehrungen bei den Winterspielen kennen lernte, als der Schock des Flugzeug-Angriffs auf die Twin-Towers von New York noch ganz tief saß.

«In Salt Lake City waren die Sicherheitsvorkehrungen extrem scharf - und trotzdem haben wir uns nicht eingesperrt gefühlt», erinnerte sich Kati Wilhelm aus Zella-Mehlis. «Große Bedenken habe ich nicht. Beim Weltcup in Oberhof haben zwei BKA-Leute der gesamten Mannschaft erklärt, auf was wir uns einstellen müssen, was auf uns zukommt. Sie haben alle unsere Handy-Nummern und könnten uns notfalls helfen. Ich denke, die Sicherheit wird nicht so das Problem», fügte die zweifache Biathlon-Olympiasiegerin hinzu.

Auch die Thüringer Rodel-Olympiasiegerin Silke Kraushaar fühlt sich in der Olympia-Region des Piemont sicher: «Ich habe keine Angst.» Es gebe bei solchen Großereignissen stets umfassende Kontrollen, die zur Beruhigung der Athleten beitragen würden. Martina Ertl-Renz, die letzte verbliebene Medaillen-Hoffnung im deutschen Alpin-Team, sieht es ähnlich. «Ich fahre nicht ängstlich nach Turin. Bei der Eröffnungsfeier werde ich nicht dabei sein und ansonsten sind die Wettkampfstätten meiner Meinung nach gut gesichert», sagte die 32-Jährige aus Lenggries.

Andere Athleten haben sich um das Thema bisher kaum Gedanken gemacht. «Ich habe bislang kaum daran gedacht. Die Spiele von Salt Lake waren unvergesslich, die Sicherheitsvorkehrungen haben mich damals nicht gestört», bekannte Eisschnelllauf-Sprinterin Jenny Wolf. «Angst habe ich nicht. Aber ich muss auch sagen, ich beschäftige mich kaum mit dem Thema Sicherheit. Die vergangenen Großereignisse haben gezeigt, dass alles nur Mögliche für die Sicherheit getan wird. Deshalb habe ich auch keine Bedenken in Turin», sagte der Weltcup- Führende im Langlauf, Tobias Angerer aus Vachendorf.

Mit einem guten Gefühl reisen auch die deutschen Eishockey-Cracks in die Olympia-Metropole. «Wir haben überhaupt keine Bedenken, ich habe ein ganz gutes Gefühl. Die Italiener tun alles dafür, dass es sichere Spiele werden», gab sich Franz Reindl, der Sportdirektor des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), zuversichtlich. (Von Frank Thomas, dpa)

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