Olympia-Tennis : Schüttler darf aufschlagen

Der Tennisprofi Rainer Schüttler spielt für die Deutschen in Peking. Doch der Streit scheint noch nicht zu Ende.

Martin Gropp
Rainer Schütler
Rainer Schütler schlägt auch in Peking diese Rückhand.-Foto: dpa

BerlinDie gute Nachricht erreichte Rainer Schüttler, als er mit dem Auto durch die Schweiz fuhr: Das Ad-hoc-Tribunal des Internationalen Sportgerichtshofes Cas entschied am Montag, dass der deutsche Tennisprofi doch zu den Olympischen Spielen nach Peking reisen darf. "Danach hat Rainer erst einmal die Musik aufgedreht und Party gemacht“, erzählt sein Manager Dirk Hordorff.

ITF: Schüttler ist nicht unter den besten 56 der Weltrangliste

Der intimen Feier vorausgegangen war ein wochenlanges Hickhack: Schüttler hatte zum Stichtag am 9. Juni die Qualifikationskriterien des Tennis-Weltverbandes ITF verfehlt. Laut den ITF-Statuten hätte Schüttler unter den besten 56 Spielern einer bereinigten Weltrangliste stehen müssen, in der für jede Nation vier Plätze vorgesehen sind. Zum Zeitpunkt der Nominierung rangierte der 32-Jährige auf Platz 89.

Eigentlich waren die Spiele für Schüttler gelaufen, doch im Juli feierte er in Wimbledon sein Comeback, schaffte es dort bis ins Halbfinale. Diese Leistung war Grund genug für den Deutschen Olympischen Sportbund, den Tennisprofi für Peking nachzunominieren. Die ITF widersprach dem Plan und berief sich dabei auf die abgelaufene Qualifikationsfrist. Schließlich ging der Fall vor Gericht, das gestern Vormittag in letzter Minute im Sinne Schüttlers entschied.

Schütler-Manager Hordoff: ITF ist respektlos

"Rainer freut sich riesig auf die Spiele“, sagt Hordorff. Schüttler sei dem Gericht dankbar für die Entscheidung. Keine freundlichen Worte findet Hordorff dagegen für den Weltverband ITF: "Die Reaktion der ITF ist an Stil und Respektlosigkeit nicht zu überbieten.“ Der Weltverband hatte mitgeteilt, dass man sehr enttäuscht über die Entscheidung des Cas sei. Dennoch wünsche man dem Deutschen viel Glück, auch wenn er aus Sicht der ITF eigentlich nicht zu den Spielen zugelassen wäre.

"Diese Mitteilung ist unsachlich, falsch und verletzend“, sagt Dirk Hordorff. "Ich fordere eine persönliche Entschuldigung von ITF-Präsident Francesco Ricci Bitti.“ Eine Möglichkeit dafür wird es ab kommenden Freitag geben: Ricci Bitti ist Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee und wird während der Spiele in Peking sein. Genau wie Rainer Schüttler.

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