Sport : Olympia: Verletzte nach Protesten gegen Bahnlinie

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Turin - Zwei Monate vor Beginn der Winterspiele in Turin gewinnen die Proteste gegen den Bau einer Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnlinie in der Olympia-Region deutlich an Schärfe. Die italienische Polizei räumte am frühen Dienstagmorgen ein Baugelände, das Demonstranten seit längerem besetzt hatten. Bei der nächtlichen Aktion gab es nach Angaben des staatlichen Fernsehens rund 20 Verletzte.

Als Reaktion auf den Polizeieinsatz blockierten die Demonstranten Bahnhöfe und die Autobahn in der Region des Susa-Tals westlich von Turin. Wilde Streiks legten zahlreiche Betriebe und Geschäfte in der Region lahm. Kommentatoren sprachen von einer Eskalation der Lage. Zugleich geht die Sorge um: Könnten die Proteste die Olympischen Winterspiele (10. bis 26. Februar) stören? Durch das Susa-Tal führt die Hauptzufahrt zu den Wettkampfstätten in der Bergregion um Sestriere.

Die Zusammenstöße am Dienstag waren die schwersten seit Wochen. „Die Situation gleitet der Polizei immer mehr aus der Hand“, sagte ein Bürgermeister. Mehrere Stadtväter drohten, angesichts der Situation ihre Ämter zur Verfügung zu stellen, berichtete das staatliche italienische Fernsehen weiter. Die bereits seit mehreren Wochen andauernden Proteste richten sich vor allem gegen den Bau eines Tunnels für die künftige Hochgeschwindigkeits-Linie Lyon-Turin.

Die Demonstranten fürchten, die Strecke zerstöre die Landschaft und beim Graben des Tunnels könnten schädliche Substanzen frei werden. Die Berge in dem 50 Kilometer langen Landstrich sind reich an Uran und Asbest. Befürworter des Projekts wenden dagegen ein, durch die neue Strecke könne ein großer Teil des Verkehrs von der Straße auf die Schiene umgelenkt werden. Dadurch sinke die Luftverschmutzung. dpa

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