Basketball : Team USA und das Duell mit der Vergangenheit
28.07.2012 23:04 UhrGold holen müssen sie sowieso. Nichts anderes als den Olympiasieg erwartet die US-amerikanische Öffentlichkeit von ihren Basketballern. In London allerdings tritt die Mannschaft um Kobe Bryant und LeBron James, die heute gegen Frankreich (15.30 Uhr) ins Turnier startet, auch gegen einen Gegner an, den sie nicht besiegen kann: den Schatten ihrer Vorgänger. Vor 20 Jahren hatte das IOC erstmals Profibasketballer bei Olympia erlaubt. Die USA schickten das Dream Team nach Barcelona, die beste Basketball-Mannschaft aller Zeiten. Wie gut ihre Nachfolger sind, lässt sich an einem einfachen Fakt ablesen: In Amerika wird offen darüber diskutiert, ob das aktuelle Team die Mannschaft von 1992 schlagen könnte.
Den Anfang in dieser an Gotteslästerung grenzenden Debatte hatte Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers gemacht, der die USA bereits vor vier Jahren zu Gold geführt hatte. Der fünfmalige NBA-Champion wagte es tatsächlich, am Denkmal des Dream Teams zu rütteln. Der 33-Jährige merkte bei einer Pressekonferenz vorsichtig an, viele Spieler von 1992 hätten sich bereits im Herbst ihrer Karriere befunden. Das Team von 2012 hingegen sei auf dem Zenit seines Könnens. Das Echo ließ nicht lange auf sich warten. „Es war nicht besonders schlau von ihm, die beiden Mannschaften zu vergleichen”, ließ Michael Jordan, sechsmaliger NBA-Champion mit den Chicago Bulls, wissen. Er habe sich „schlapp gelacht“, als er von Bryants Aussage gehört habe. „Wir hatten elf Spieler, die in die Hall of Fame gewählt worden sind“, sagte das ewige Alpha-Tier Jordan, auch ein Mitglied der Ruhmeshalle des US-Basketballs. „Sobald diese Mannschaft auch elf Hall-of-Famer hat, können sie mich ja nochmal anrufen.“ Sogar US-Präsident Barack Obama ließ sich zu einem Kommentar hinreißen. „Das ist wohl so eine Generationensache”, sagte Obama. „Ich habe die Spiele 1992 verfolgt, ich war ein Bulls-Fan – ich würde also auf das Original-Dream-Team setzen.“






