Tischtennis : Ovtcharov erreicht das Halbfinale

01.08.2012 11:27 Uhr
Der Deutsche Dimitrij Ovtcharov jubelt nach seinem Sieg im Viertelfinale der Olympischen Spiele in London. Foto: dpa
Der Deutsche Dimitrij Ovtcharov jubelt nach seinem Sieg im Viertelfinale der Olympischen Spiele in London. - Foto: dpa

Trost für den Deutschen Tischtennisverband: Dimitrij Ovtcharov erreicht nach einem Krimi gegen den Dänen Maze das Olympia-Halbfinale und springt damit für den frühzeitig gescheiterten Timo Boll in die Bresche.

Dimitrij Ovtcharov riss sich das Trikot über den Kopf und sank in der ExCel-Arena erschöpft und erleichtert auf die Knie. In einem wahren Tischtennis-Krimi erreichte der Weltranglisten-Zwölfte am Dienstagabend in London durch ein 4:3 gegen den Dänen Michael Maze das olympische Halbfinale. Statt Timo Boll, der am Vortag im Achtelfinale sensationell gescheitert war, kämpft nun der 23-Jährige um die erste olympische Einzel-Medaille für Deutschland.

„Das ist einer der glücklichsten Momente in meinem Leben. Der Anfang war gut. Zwischendurch habe ich die Kontrolle verloren.

Jetzt freue ich mich auf einen Ruhetag. Das ist sehr gut“, sagte Ovtcharov freudestrahlend. Die Freizeit an diesem Mittwoch will er nutzen, um sich seinen nächsten Gegner anzuschauen. Der wird im Duell zwischen dem Chinesen Zhang Jike und Jiang Tianyi aus Hongkong ermittelt. Deutschlands Top-Spieler Boll verfolgte die dramatische Partie auf der Aktiventribüne und war voll des Lobes für seinen Teamkollegen: „Am Ende war es ein starker Auftritt. Ich drücke ihm jetzt die Daumen für das Halbfinale. Er hat nichts zu verlieren.“ Auch Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig jubelte: „Das war ein großartiges Spiel. Er war mental ganz stark. Er hat nun eine gute Ausgangsposition für beide Spiele am Donnerstag.“ Dann steht für den im russischen Orenburg spielenden Ovtcharov zunächst das Halbfinale und anschließend das Platzierungsspiel um Gold oder Bronze auf dem Programm.

Bereits vor der Partie gegen Maze hatte Ovtcharov ein enges Match prophezeit. „Die Chancen stehen 50:50“, orakelte der Hamelner - und sollte recht behalten. Zwar sah der Deutsche nach einer 2:0-Satzführung schon wie der sichere Sieger aus, doch dann drehte Maze auf und hatte beim 3:2 selbst alle Trümpfe in der Hand. Aber Ovtcharov kämpfte sich in die Partie zurück und bewies im entscheidenden siebten Durchgang Nervenstärke.
Im Teamwettbewerb ab Freitag haben Bundestrainer Jörg Roßkopf und seine Männer noch eine zweite Medaillenchance. Dort sind die Olympia-Zweiten von 2008 an Position vier gesetzt. (dpa)

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