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Aus dem Olympiastadion

Live-Protokoll: Wie unser Reporter die Eröffnungsfeier sah

Friedhard Teuffel saß im Olympiastadion von Peking ganz vorn.
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00.08: Kurz nach Mitternacht in Peking. Die Feier ist zu Ende, Anfang und Ende waren sehr chinesisch gigantisch, ein bisschen einschüchternd. Ein bescheidener Gastgeber werden die Chinesen nicht sein, sie sind vor allem ein sehr ehrgeiziger.

00.05: An Seilen befestigt hat Li Ning eine ganze Runde am Rand des Stadiondachs gedreht. Dazu tauchten noch einmal alle Stationnen des olympischen Fackellaufs auf - auch Paris. Protestbilder waren allerdings nicht zu sehen. Dann erreicht Li Ning die Fackel, die wie eine gigantische Anstecknadel am Stadiondach hängt. Das Feuer brennt, das Feuerwerk auch. Den Witz mit den Chinaböllern kann man sich sparen.

23.59: Es ist - Li Ning Turn-Olympiasieger von 1984.

23.56: Wer wird wohl das olympische Feuer entzünden?

23.49: Zhang Yining spricht im Namen der Athleten den olympischen Eid. Eine gute Wahl, denn der Eid beinhaltet das Versprechen nicht zu betrügen. Zhang Yining ist Tischtennisspielerin - und im Tischtennis wird selten gedopt. Für die Offiziellen spricht Turnkampfrichter Huang Liping den Eid.

23.35: Chinas Staatspräsident Hu Jintao erklärt die Spiele für eröffnet.

23.30: Der Vorsitzende des Organisationskommittees Liu Qi begrüßt Sportler und Zuschauer in Peking, IOC-Präsident Jacques Rogge betont die Vorbildwirkung der Athleten und bedankt sich bei den Gastgebern. Bemerkenswert, wenn auch nicht mehr überraschend: Rogge vermeidet jegliches Wort zur politschen Lage oder zu den Menschenrechten.

23.25: Der Einmarsch der Nationen ist beendet. Die Zeit der großen Reden beginnt.

23.10: Und dann folgt das Gastgeberland mit einem leicht unbeholfen wirkenden Yao Ming als Fahnenträger und einem neunjährigen Jungen aus der Erbebenprovinz Sichuan. Er soll zwei andere Kinder gerettet haben. Die Delegation wird von Funktionären angeführt, es folgen die Frauen, dann die chinesischen Männer. Auf der Tribüne erhebt sich Staatspräsident Hu Jintao, die Massen um ihn herum feiern ihr Team.

23.05: Uhr: Fast schon ehrfürchtig und auch ein kleines bisschen nervös trägt Dirk Nowitzki die deutsche Fahne ins Vogelnest. Die Mannschaft hinter ihm wirkt ausgelassen. Zwei Wasserballspieler tragen Bälle als Hüte, die Handballer sind zahlreich dabei und die Tischtennisspieler am Schluss runden das lustige Bild der deutschen Mannschaft ab. Sogar ein Handstand-Überschlag ist zu sehen. Entsprechend groß ist der Beifall der Zuschauer.

22.55: Die beiden koreanischen Delegationen werden unterschiedlich mit Beifall bedacht. Während es bei Südkorea keine nennenswerte Aufregung gibt, wird die nordkoreanische Mannschaft mit beinahe schon frenetischem Jubel empfangen.

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Mister President. George W. Bush und seine Frau Laura beklatschen den Einmarsch der us-amerikanischen Mannschaft. Foto: AFP
22:25: Zweigeteilter Jubel beim Einmarsch der USA: zunächst wird die von Lopez Lomong angeführte Mannschaft laut beklatscht und als anschließend George W. Bush auf der Videoleinwand eingeblendet wird, brandet erneut deutlich vernehmbarer Beifall auf.

21.55: Der Irak läuft mit vier Athleten und etwa noch einmal so vielen Funktionären ein. Kurz darauf folgt unter besonderem Beifall der Iran mit einer weiblichen Fahnenträgerin. Wenn die Chinesen jubeln, klingt das allerdings anders als in unseren Breiten. Es ertönt ein langgezogener Schrei, der anschließend sofort wieder abebbt.

21.25: Erstmals lauter Jubel im Stadion als das Team Taiwans einläuft. Vielleicht soll damit klar gemacht werden, dass die kleine Insel zum großen Reich gehört?

21.20: Die Eröffnungsfeier ist in der Normalität angekommen. Der Einmarsch gleicht dem bei anderen Spielen. Dazu ertönt Allerweltsmusik, die Spannung fällt ab. Das Publikum reagiert eher verhalten.

21.15: Der Einmarsch der Nationen hat begonnen. Wie immer mit Griechenland, dem antiken Olympialand und auch erstem Ausrichter der Spiele der Neuzeit. Auf die Deutschen müssen wir noch etwas warten. Die Reihenfolge geht nach der chinesischen Schrift und da kommt Deutschland erst als siebtletztes Team von 204.

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Die Welt ist eine Kugel. Sarah Brightman singt und die Welt hört zu. Foto: AFP
21.05: Die Britin Sarah Brightman singt Chinesisch, von Sprache und Stil her. Das ist neu. Ansonsten war ihre Verpflichtung vielleicht nicht die spektakulärste Wahl.

21.00: China erweckt den Eindruck, als könnte das riesige Land auch die Naturgesetze außer Kraft setzen. Ein Planet schwebt herein, um ihn herum bewegen sich schwerelose Figuren.

20.40: Das Programm hat den leichteren Teil erreicht. Starpianist Lang Lang hat zwar im Tagessspiegel-Interview gesagt "Wir Chinesen müssen schuften", doch seine Show mit fünfjähriger kleiner Assistentin am Piano wirkte wunderbar locker. Dann Marsmännchen mit Dioden, die das Stadion als Lichtskulptur nachstellen. Schwebend, leicht, charmant.

20.35: Inzwischen kreisen drei Hubschrauber über dem Stadion - zu Beginn der Zeremonie war nur einer zu sehen. Unterdessen wird im Inneraum die chinesische Geschichte erzählt. Am Dach werden weiße Verkleidungen angebracht, die Wellen darstellen sollen.

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Olympische Ringe. Strahlende Spiele in Peking? Zumindest während der Eröffnungsfeier. Foto: dpa
20.20: Aus der Rolle wird eine Druckvorlage mit beweglichen Lettern, die verschiedene Muster zeigen, unter anderem die chinesische Mauer. Vielleicht ein kleiner Wink an Johannes Gutenberg, dass er doch nicht der erste war, der den Buchdruck erfunden hat.

20.15: Eine riesige Papyrusrolle kommt aus dem Boden, dazu traditionelle chinesische Musik. Hoffentlich beginnt jetzt der besinnliche Teil.

20.11: Die chinesische Fahne wird hereingetragen, die Nationalhymne gespielt, ach was gespielt, geschmettert von einer Militärkapellle, díe es glatt mit dem Bundespolizeiorchester aufnehmen könnte.

20.07: Die Olympischen Ringe tauchen auf und schweben im Stadion, begleitet von Säuselmusik, sie soll wohl den Schreck vertreiben, den einem der Auftakt hat in die Glieder fahren lassen.

20.05:" Welcome my friends" leuchtet am Stadiondach. Ich hätte mir eine herzlichere Begrüßung gewünscht.

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Beeindruckend, aber auch beklemmend. Die Masse der olympischen Trommler. Foto: AFP
20.00: Der erste Eröffnungsknall. Hunderte Trommler schlagen auf ein traditionelles chinesisches Instrument ein, das aussieht wie eine Truhe. Und schreien dazu. Beeindruckend, aber auch beklemmend.

19.50: Noch zehn Minuten. Eine erste Welle geht durchs Stadion. Großer Jubel, als Chinas Staatspräsident Hu Jintao auf der Videowand erscheint und in der Menge zuwinkt. Bei IOC-Präsident Rogge:keine Reaktion des Publikums.

19.44 Uhr: Es gab übrigens auch schon eine Vorfeier. Um 17 Uhr tanzten alle ethnischen Gruppen Chinas in ihren Trachten nacheinander durchs Stadion. Die Tibeter, wenn es denn welche waren,  zeigten einen "Celebration Dance". Als ob sie am meisten zu feiern hätten. 

19.35 Uhr: Fast das ganze Stadion ist gefüllt. Noch ist die Stimmung verhalten. Wie in Erwartung einer riesigen Peking-Oper. 

19.30 Uhr: Das IOC hat es nicht geschafft: Nordkorea und Südkorea laufen nicht gemeinsam ins Stadion ein. Und sie trennt sogar ein Sicherheitsabstand: Nach chinesischem Alphabet hätten sie hintereinander laufen sollen. Aber kurzfristig haben die Veranstalter zwischen sie noch die Fidschi-Inseln, Kamerun und Montenegro geschoben.

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Monumentale Show. Die Eröffnungsfeier im Pekinger Vogelnest. Foto: dpa
19.20 Uhr (Ortszeit Peking): Geht es hier um Sport? Unter dem Dach des Pekinger Olympiastadions hängen wohl mehr Leuchtstrahler als in jedem anderen Stadion der Welt. Gerade wird dem Publikum beigebracht, wann es welche Fähnchen zu schwenken hat. Merke: Es gibt zwei: die olympische mit den fünf Ringen und die chinesische. Noch einmal zur Erinnerung: Die tibetische Flagge ist im Stadion verboten. Es kommen kleine chinesische Trommeln und kleine Taschenlampen zum Einsatz. Als die Zuschauer gerade alle ihre Lampen anknipsten, ging zum ersten Mal ein Raunen durch das Stadion, es sieht ein bisschen aus wie ein Sternenhimmel im Stadion, aber eben nur ein bisschen.
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Comment
von unbekannt | 8.8.2008 17:59 Uhr
Sandra M.
Herr Teuffel hat's gut: er muss nicht Sandra Maischberger zuhören!

Die "kritische" "Journalistin" ist zu ihrem großen Bedauern vergeblich ständig auf der Suche nach einem politischen Skandal: "Was steht denn da auf dem Schal? Ach, Portugal..."

Eben hat sie einen tibetischen (!!!) Sportler angekündigt, der in Wirklichkeit eine tibetische Bergsteigerin ist. Hilfe!!!

Die Maischberger ist die am meisten überforderte und überschätzte "Moderatorin" der ARD!
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von klarenn klarenn ist gerade offline | 9.8.2008 10:14 Uhr
janberlin,
so ist es!!

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