Olympiabewerbung : Ohne einen Plan B

München rechnet fest mit den Winterspielen 2018. "Für München hat es Tradition, den Zuschlag im ersten Anlauf zu kriegen", erklärt Oberbürgermeister Ude.

Sebastian Krass

MünchenDiese Frage passte Thomas Bach nicht ins Konzept. Wie lang der Atem von Münchens Olympiabewerbern denn sei, wollte ein Reporter wissen. "Wir haben uns zusammengefunden, um zu gewinnen. Es gibt keinen Plan B", antwortete der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der seit diesem Dienstag auch Vorsitzender der neu konstituierten Bewerbergesellschaft ist, die München zum Austragungsort der Winterspiele 2018 machen will. Seine Antwort war interessant, hatte Bach doch über viele Jahre hinweg die These vertreten, für eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung brauche man vor allem eines: langen Atem.

Christian Ude, Münchens Oberbürgermeister, ergriff nach Bachs Worten schnell das Mikrofon und setzte eine Pointe: "Für München hat es Tradition, den Zuschlag im ersten Anlauf zu kriegen." Er spielte auf Olympia 1972 an. "Es ist eine großartige Perspektive, die erste Stadt weltweit zu werden, die nach Sommerspielen auch Winterspiele ausrichten darf", sagte der SPD-Politiker Ude, der zudem Bachs Stellvertreter in der GmbH namens "München 2018" ist.

Die tägliche Arbeit aber wird ein anderer leiten: Wilfrid Spronk, 62, wird Geschäftsführer. Spronk ist Chef des Münchner Olympiaparks, in dem 2018 die Eiswettbewerbe stattfinden sollen. Für die Skidisziplinen ist Garmisch-Partenkirchen vorgesehen, wo 2011, drei Monate vor der Vergabe der Spiele, die Alpin-WM stattfindet. Bob und Rodeln sind in Schönau am Königssee geplant.

Die Bewerbung soll etwa 30 Millionen Euro kosten, die, anders als bei den zuletzt gescheiterten deutschen Anläufen (Berchtesgaden für die Spiele 1992, Berlin für 2000 und Leipzig für 2012), nicht aus Steuermitteln bestritten werden sollen. Bis Herbst 2009 läuft die Anmeldefrist beim Internationalen Olympischen Komitee. Erst dann stehen alle Konkurrenten endgültig fest. Thomas Bach hält neben Tromsö (Norwegen) noch Grenoble, Genf und das zuletzt zweimal gescheiterte Pyeongchang für ernsthafte Kandidaten.

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