Sport : Olympiaplaner Köhler abgesetzt

-

Die Leipziger Olympiabewerbung muss wieder einen Fall verkraften, der mit Sport und Spiel nichts zu tun hat. Am Donnerstag versetzte der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) den OlympiaStaatssekretär seiner Regierung, Wolfram Köhler (CDU), in den einstweiligen Ruhestand. Köhler soll „Vetternwirtschaft“ betrieben haben als er noch Oberbürgermeister von Riesa war. Er habe seiner Frau zu Provisionszahlungen bei Insidergeschäften verholfen, lautet der Vorwurf.

Köhler scheidet auch aus dem Aufsichtsrat der Bewerbungsgesellschaft aus. Bemerkenswert ist seine Abberufung allein deshalb, weil es eigentlich seine Idee war, Olympische Spiele nach Sachsen zu holen. Seine Berufung von Riesa in die sächsische Stabsstelle Olympia galt daher auch erst als Glücksgriff. Dies änderte sich, als Köhler nicht davon abrücken wollte, im Bewerbungskonzept einige olympische Entscheidungen für Riesa, Halle und Chemnitz festschreiben zu lassen. Als der Aufsichtsrat schließlich beschloss, 97 Prozent aller Entscheidungen in Leipzig stattfinden zu lassen, die Reiterwettbewerbe in Dresden und in den anderen Städten nur Vorrundenspiele des Fußballturniers, war Köhlers Position geschwächt.

Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, nannte Köhlers Abberufung „nachvollziehbar“. Der 35 Jahre alte Köhler ist nun der nächste Verantwortungsträger, der nicht mehr in der ersten Reihe für die Leipziger Olympiabewerbung arbeitet. Zuvor war schon Dirk Thärichen abberufen worden, der Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft. Seine Nachfolge ist immer noch offen. Am Dienstag hatte sich der Präsident des sächsischen Landessportbundes, Hermann Winkler, aus dem Aufsichtsrat zurückgezogen, weil der CDU-Politiker die Bewerbung entpolitisieren wollte. Der Posten des sächsischen Olympia-Staatssekretärs soll vorerst nicht besetzt werden. Das wäre im Moment eine Personalie weniger, über die gestritten werden könnte. teu

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben