Sport : Olympiasiegerin Fraser positiv auf Schmerzmittel getestet

Kingston/Düsseldorf - Starkes Zahnweh hat für Sprint-Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser Folgen. Die 23-jährige Jamaikanerin wurde nach dem Diamond-League-Meeting am 23. Mai in Schanghai positiv auf das verbotene Schmerzmittel Oxycodon getestet, das nicht leistungssteigernd ist. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat die Weltmeisterin von 2009 vorläufig von allen Wettbewerben suspendiert.

Die Nachricht vom positiven Doping-Test erreichte Shelly-Ann Fraser am Donnerstag, wenige Stunden vor ihrem geplanten Start beim Diamond-League-Meeting in Lausanne. Vor einem der vorherigen Meetings in Schanghai hatte sie über starke Zahnschmerzen geklagt, die während des Fluges nach China aufgetreten waren. Daraufhin, so Fraser, habe ihr Trainer ihr vor dem Start ein Schmerzmittel gegeben, dies aber nicht vorschriftsmäßig der IAAF angezeigt. Fraser wurde Zweite hinter der Amerikanerin Carmelita Jeter. „Sie hat vergessen, das Medikament anzugeben. Es ist so, als würde ein Kind ohne einen Kugelschreiber zu einer Schularbeit gehen“, sagte Frasers Manager Adrian Laidlaw.

Wilhelm Schänzer, Leiter des Doping-Analyselabors in Köln, hält die Erklärung der Olympiasiegerin von 2008 für nachvollziehbar. „Die Angaben können stimmen“, sagte der Biochemiker. Allerdings sei es für eine Weltklasseathletin wie Fraser fahrlässig, sich nicht intensiver über das Medikament kundig gemacht zu haben. Da Oxycodon keine leistungsfördernde Wirkung hat, könnte das Strafmaß geringer ausfallen als sonst und Fraser nicht für zwei Jahre gesperrt werden. dpa

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