Olympiastadion London 2012 : IAAF-Präsident greift Rogge scharf an

Der Streit um die künftige Nutzung des Olympiastadions von London 2012 hat zu einer Verstimmung zwischen Jacques Rogge und dem Leichtathletik-Weltverband IAAF geführt. Dessen Präsident Lamine Diack griff den IOC-Chef in ungewöhnlich scharfer Form an.

Lamine Diack
IAAF-Präsident Lamine Diack greift IOC-Präsident Jacques Rogge an. -dpa

LondonIn ungewöhnlich scharfer Form hat sich Lamine Diack, Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF), über IOC-Chef Jacques Rogge beklagt. Der Senegalese, der ebenfalls im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sitzt, wirft dem Belgier in einer Erklärung vom Freitag "einen Mangel an Respekt" gegenüber der Leichtathletik vor.

An den Beitrag der Leichtathletik erinnern

Diack will am 17. November Rogge in Lausanne treffen und ihn "daran erinnern, welchen Beitrag die Athleten in der Geschichte der Olympischen Spiele und vor allem zum Erfolg der Olympischen Spiele in Peking geleistet haben". Der Auslöser des Streits geht auf die Sommerspiele in Peking zurück: Damals hatte Rogge den dreimaligen Sprint-Goldmedaillengewinner Usain Bolt öffentlich für dessen ausufernde Jubeleinlagen nach seinen Triumphen gerügt ("Das macht man nicht").

Diack hatte den Jamaikaner in Schutz genommen, jetzt meinte er: "Wir leben in einer Zeit, in der der olympische Sport darum kämpft, für junge Leute attraktiv zu sein. Wenn wir Helden schaffen wollen, mit denen sich junge Menschen identifizieren können, wieso kritisieren wir dann einen jungen Mann, der sie total anzieht?" Zudem greift Diack Rogge an, weil der IOC-Präsident nicht ausgeschlossen hatte, dass die Laufbahn im Olympiastadion von London nach den Spielen 2012 herausgerissen wird.

Arena soll stark verkleinert werden

Dies hatte der IOC-Chef in einem BBC-Interview verlauten lassen. Die 85.000 Besucher fassende Arena, in der die Leichtathletik-Wettkämpfe sowie die Eröffnungs- und Abschlussfeier stattfinden, soll nach den Sommerspielen in ein 25.000-Zuschauer-Stadion zurückgebaut werden.

Rogge verwies dabei auch auf Atlanta 1996, wo die Arena nach dem Erlöschen der Flamme in ein Baseball-Stadion umgebaut wurden. "Dafür haben wir heute in den USA keine einzige Wettkampf-Stätte, wo man eine Leichtathletik-Weltmeisterschaft austragen kann", erwiderte Diack.

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