Sport : Olympische Sparflamme

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Robert Ide über die Sportförderung

in Leipzig und Umgebung

Die Woche begann für die deutschen Sportfunktionäre nicht erfreulich. Es gab Krisengespräche. Am Montagabend saß der Chef des Sportbunds, Manfred von Richthofen, mit Innenminister Otto Schily zusammen. Thema: der Goldene Plan Ost. Das Förderprogramm mit dem funkelnden Namen hat Schily dem Sparzwang geopfert. Bislang wurde der Bau von Turnhallen und Fußballplätzen in Ostdeutschland Jahr für Jahr mit zweistelligen Millionensummen gefördert. Nun steht im Etatentwurf 2004 keine Fördersumme, sondern ein Strich. Der Goldene Plan Ost – ein Abbruchunternehmen.

Am Dienstag hatte Richthofen wieder einen Termin. In Frankfurt am Main traf er sich mit Olympiachef Klaus Steinbach. Auch hier war das Thema nicht erfreulich: die Streitigkeiten über die Leipziger Bewerbung um Olympia 2012. Zuletzt hatte es Dissonanzen zwischen den Sportchefs gegeben, wie Steinbach in dieser Zeitung eingeräumt hatte. Eine vorsichtige Umschreibung dafür, dass der Sport sich zu wenig mit dem Bewerbungskonzept und zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Olympia 2012 in Leipzig – ein stockendes Aufbauunternehmen.

Leider gehören beide Nachrichten zusammen. Denn angesichts olympischer Eitelkeiten der Funktionäre wäre es wünschenswert, dass sich wenigstens die Politik loyal zur Leipziger Bewerbung verhält. Doch das Versprechen, die Kandidatur großzügig zu unterstützen, passt nicht zur Streichung des Goldenen Plans Ost. Was macht es für einen Eindruck, wenn in Leipzig Stadien für Spitzensportler gebaut werden, aber in der Nachbarschaft Turnhallen verfallen? Was macht es für einen Eindruck, wenn SPDPolitiker den Ausbau der sportlichen Infrastruktur im Osten fordern, aber die Regierung gerade diese Förderung streicht? Das macht keinen guten Eindruck. Die Krisengespräche im deutschen Sport werden weitergehen.

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