Olympische Spiele : Dicke Luft in Peking

IOC-Präsident Jacques Rogge sieht einige Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in China durch die extreme Luftverschmutzung in Peking gefährdet. Besonders gravierend sind die Ausdauersportler durch die dreckige Luft betroffen.

Smog Peking
Um den Smog in Peking zu verringern, sollen während den Spielen eine Million Autos weniger durch die Stadt fahren. -Foto: dpa

PekingDie schlimme Luftverschmutzung in Peking könnte eine Verschiebung von Wettbewerben bei den Olympischen Spielen 2008 notwendig machen. "Ja, das ist eine Option", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, in einem Interview mit dem US-Sender CNN. Es wäre nicht notwendig für alle Sportarten, "aber auf jeden Fall für Ausdauersportarten etwa wie Radrennen, wo sechs Stunden lang gekämpft wird - das sind Beispiele von Wettbewerben, die verschoben oder auf einen anderen Tag hinausgezögert werden könnten."

Bei seinem Besuch in Peking hatte Rogge in den vergangenen Tagen am eigenen Leib den Sommersmog und das feuchtheiße Augustwetter in der chinesischen Hauptstadt erlebt. Seine besorgten Äußerungen fielen nur Stunden vor der offiziellen Feier auf dem Tian'anmen-Platz zum Beginn des Countdowns ein Jahr vor den Spielen. Das australische Nationale Olympische Komitee (NOK) hatte schon angekündigt, seine Athleten wegen der schlechten Luftqualität erst so spät wie möglich zu den Spielen anreisen, die vom 8. bis 24. August 2008 ausgetragen werden.

Fahrverbote und Fabrikschließungen für bessere Luft

Der Chef des australischen NOK, John Coates, bekräftigte seine Sorgen über die Luft. Die chinesischen Organisatoren versuchten, ihn damit zu beruhigen, dass während der Spiele eine Million oder ein Drittel aller Autos von den Straßen genommen werden. Coates begrüßte den erkennbaren Willen der Verantwortlichen in Peking, auch in Sachen Umwelt sichere Spiele für die Athleten organisieren zu wollen. "Aber es ist eine schwierige Aufgabe für sie und eine, die wir nicht unterschätzen", sagte Coates.

Auch das amerikanische NOK zeigte sich beunruhigt. "Man sagte uns, dass 2008 die Fabriken für drei Wochen geschlossen werden und dass es eine Anweisung an die Einwohner geben wird, mit ihren Autos von den Straßen zu bleiben", sagte Steven Rosh vom Olympischen Komitee der USA. "Freiwillig", wie der Vizevorsitzende des Organisationskomitees für die Spiele (BOCOG), Wang Wei, betont hatte, wird das nach Expertenansicht aber schwer gehen.

Der Vizechef des Verkehrsbüros von BOCOG, Yu Chunquan, sagte laut der Nachrichtenagentur Xinhua, es sei noch nicht entschieden, doch könnte das Fahrverbot nach den Autonummern verfügt werden. Die Stadt werde die Zahl der Busse erhöhen, neue Strecken eröffnen und die Betriebszeiten ausdehnen, berichtete Yu Chunquan. Über 200 Kilometer werden spezielle olympische Spuren eingerichtet, um den reibungslosen Verkehr zwischen den Sportstätten zu gewährleisten. (mit dpa)

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