Olympische Winterspiele 2022 : Chancen für München steigen wieder

Graubünden hat sich bei einer Volksbefragung gegen eine Bewerbung für die Olympischen Winterspiele. Nach dem Aus für die Schweizer wachsen dafür wieder die Olympia-Hoffnungen in München.

Nach dem Aus für die Schweizer Konkurrenz bekommen die Münchner Olympia-Hoffnungen einen neuen Schub. Stadtsprecher Stefan Hauf sprach von einem „kräftigen Rückenwind“ für eine mögliche Kandidatur der bayerischen Landeshauptstadt um die Winterspiele 2022. Arno Hartung, stellvertretender Geschäftsführer der Olympiapark GmbH, sieht eine „zusätzliche Motivation, eine Bewerbung aktiv anzugehen“.

Eine Bewerbung des Kantons Graubünden war in der Schweiz bei einem Bürgerbegehren am Sonntag von einer Mehrheit der Wähler abgelehnt worden. Dadurch habe sich die Konkurrenzsituation „erheblich entspannt“, sagte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper. Weiterhin gibt es noch keinen offizielle Bewerber für die Spiele 2022. Am Vorgehen des DOSB wird sich dennoch nichts ändern.

Die Spitzenfunktionäre wollen die Bundestagswahl, Landtagswahl und Vergabe der Sommerspiele 2020 im September abwarten, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Einfluss darauf dürfte auch ein Bürgerentscheid in München haben, den Oberbürgermeister Christian Ude für den 10. November plant – nur wenige Tage vor der notwendigen Abgabe einer Absichtserklärung beim IOC. „Gerade Graubünden zeigt, dass man sich Zustimmung erarbeiten muss“, sagte Stadtsprecher Hauf.

Mit einem eigenen Bürgerbegehren wollte der Münchner Stadtrat Mario Schmidbauer (CSU) selbst den Druck auf die Politik erhöhen. Doch bisher sind nur knapp ein Drittel der benötigten 30 000 Stimmen gesammelt. Olympia-Müdigkeit machte Schmidbauer bei den Münchnern trotzdem nicht aus. „Wir sind finanziell zu mager ausgestattet“, sagt er, „wir bräuchten mehr Personal, um Infostände aufstellen zu können und noch mehr Stimmen zu sammeln.“ (dpa)

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