• Olympische Winterspiele: Wada berichtet von 30 Dopingfällen vor Vancouver-Spielen

Olympische Winterspiele : Wada berichtet von 30 Dopingfällen vor Vancouver-Spielen

Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hat schon vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele die ersten Sportler überführt. Eine schwarze Liste soll in Zukunft auch die Hintermänner aufzeigen.

Dopingtest
Im Rahmen eines Testprogramms hat es bereits 554 Dopingproben gegeben. -Foto: ddp

VancouverKanada und die Sportwelt fiebern der Eröffnung der XXI. Olympischen Winterspiele entgegen: Doch vor den Spielen in Vancouver sind bereits 30 Wintersportler positiv getestet worden. Dies teilte John Fahey, Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit. Die Kontrollen sind in den Wochen vor den Winterspielen vorgenommen worden.

Weitere Einzelheiten zu den Fällen und Sanktionen wurden zunächst nicht bekannt. Nach Auskunft von IOC-Sprecher Mark Adams hat es im Rahmen des olympischen Testprogramms bisher 554 Dopingproben, davon 407 Urintests und 147 Bluttests, gegeben. Erst am Mittwoch hatte das IOC eine sogenannte Schwarze Liste angekündigt. Sie soll bei der Aufklärung helfen.

Jeder Sportler soll in Zukunft am Anfang einer Saison eine Vereinbarung unterschreiben, in der er seinen Arzt, seinen Betreuer und seinen Manager offenbart. Nach dem Ende der Vancouver-Spiele will das IOC eine Kommission gründen, die sich mit der Athleten-Entourage auseinandersetzt. Dadurch sollen auch die Hintermänner von Dopingsündern verstärkt ins Visier genommen werden. Bei Doping-Vergehen werden dann auch die Helfer suspendiert.

Arne Ljungqvist, Chef der Medizinischen Kommission des IOC, ist überzeugt, dass auch in Russland nach der Serie von elf Dopingfällen im Biathlon und Ski-Langlauf binnen zwölf Monaten die Botschaft angekommen ist, den Kampf gegen die Leistungsmanipulation glaubhaft aufnehmen zu müssen. "Die Russen sind gewarnt, dass sie ein Problem haben", sagte der Schwede. "Und ich bin erfreut, dass sie die klare Botschaft erhalten haben, etwas unternehmen zu müssen. Und ich bin überzeugt, dass sie etwas tun werden."

IOC-Präsident Jacques Rogge selbst hatte in einem Gespräch mit Russlands Staatspräsident Dmitrij Medwedjew auf den Missstand hingewiesen und auf eine Kehrtwende beim Ausrichter der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi gedrungen. Unterdessen hat Russland die Vorwürfe des IOC energisch zurückgewiesen. "Russische Sportler verletzen die Anti-Doping-Regeln nicht öfter als Sportler aus anderen Ländern", sagte der Vize-Vorsitzende der Anti-Doping-Behörde in Moskau, Alexander Derewojedow. Weltweit seien etwa zwei Prozent der Dopingproben positiv, sagte Derewojedow nach Angaben der Agentur Interfax. In Russland sei die Quote ähnlich.

Eröffnung in Vancouver

Mit einer spektakulären Show will Vancouver am Freitag die Welt willkommen heißen. Augenzeugen berichteten von einer atemberaubenden Show bei der Generalprobe, waren aber zum Stillschweigen verpflichtet worden. Die Eishockey-verrückten Gastgeber spekulieren, dass ihr Sportheld Wayne Gretzky die olympische Flamme entzünden wird.

Bob-Pilot André Lange wird vor einem Milliarden-Fernseh-Publikum eine ganz besondere Ehre zuteil: Der dreimalige Goldmedaillengewinner darf am Freitag im BC Place Stadium von Vancouver als Fahnenträger die deutsche Mannschaft anführen. "Das wird ein bewegender Moment für mich", sagte der Oberhofer, nachdem der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ihn auserwählt hatte.

Die letzten Trainingseinheiten

Derweil wird im deutschen Lager konzentriert auf die ersten Wettkämpfe hintrainiert. Die 31-jährige Berlinerin Jenny Wolf blieb beim Testrennen im Richmond Olympic Oval mit 37,91 Sekunden als einzige der Eissprinterinnen über 500 Meter unter der 38-Sekunden-Marke. Hingegen haderte Anni Friesinger-Postma über 1000 Meter (1:16,86 Minuten) mit ihrer Startzeit. "Aber wenn man wochenlang wegen des angeschlagenen Knies keine Starts trainieren konnte, darf man nicht zu viel erwarten", sagte die Inzellerin.

Eine überzeugende Vorstellung hat Martin Schmitt im ersten Training auf der Normalschanze geboten. Der 32-Jährige kam im dritten Durchgang mit 104 Metern auf den dritten Platz. Mit dem ersten Trainingssprung auf 103 Meter hatte der Mannschafts-Olympiasieger von 2002 zuvor den fünften Rang belegt. Die Tagesbestweite erzielte am Mittwoch Weltcup-Spitzenreiter Simon Ammann aus der Schweiz mit 106,5 Metern.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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