Sport : Olympischer Vierkampf

Worüber der Aufsichtsrat der Leipziger Bewerbung spricht

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So stark ist die Leipziger Olympiabewerbung unter Druck geraten, dass das von vielen Beobachtern mit Spannung erwartete Treffen des Aufsichtsrats an diesem Samstag in Düsseldorf eine echte Krisensitzung wird. Gleich auf vier verschiedenen Feldern müssen die Mitglieder Entscheidungen treffen.

Der neue Geschäftsführer: Nach der Absage des SchwimmOlympiasiegers Michael Groß suchen die Leipziger nach einer in Sport und Wirtschaft erfahrenen Persönlichkeit. Dabei muss der Aufsichtsrat erst einmal die Frage beantworten, ob es jemand aus Leipzig sein soll. Aus Leipzig kommt nur Burkhard Jung in Frage, der Olympiabeauftragte der Stadt. Nach dem Rückzug von Dirk Thärichen führt zurzeit Mike de Vries alleine die Geschäfte in der Bewerbungsgesellschaft. Er soll jedoch irgendwann zur Deutschen Sport Marketing GmbH wechseln. Auch auf der höchsten Ebene präsentiert sich die Bewerbung führungsschwach, weil die beiden Hauptverantwortlichen, NOK-Präsident Klaus Steinbach und Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee, keine gemeinsame Linie vertreten. Das führt zu Problemen in der Organisation. Bundesinnenminister Otto Schily hat die Reibungsverluste in einer internen Sitzung schon scharf kritisiert

. Der alte Geschäftsführer: Der Aufsichtsrat wird Dirk Thärichen abberufen, der nicht nur wegen seines Wehrdienstes bei einem Stasi-Wachregiment in die Kritik geraten ist, sondern auch wegen angeblich fragwürdiger Geschäfte. Allerdings sind die Vorwürfe einer Tageszeitung falsch, wonach Thärichen einem Manager, zu dem er früher geschäftliche Beziehungen hatte, einen Beratervertrag habe zuschanzen wollen. Das Landgericht Berlin untersagte die Verbreitung solcher Vorwürfe. Leipzigs Oberbürgermeister Tiefensee kündigte eine „Tiefenprüfung“ an, der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt ebenfalls eine Überprüfung.

Die Finanzen: Am Dienstag hatten einige Mitglieder des Aufsichtsrates Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur in Höhe von 308 Millionen Euro beschlossen. Wo das Geld herkommt und wie es verwendet wird, will der Aufsichtsrat konkretisieren.

Das Logo: Noch immer hat die Bewerbung kein Logo. Geschäftsführer de Vries bezeichnet das fehlende Logo als Haupthindernis beim Anwerben von Sponsoren. Der Logo-Wettbewerb hat insgesamt drei Monate gedauert. Das Logo wird am Samstag vom Aufsichtsrat verabschiedet und dann der Öffentlichkeit präsentiert. teu

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