Sport : Olympisches Berlin?

NOK-Präsidium stimmt für einen Umzug in die Hauptstadt

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Berlin (Tsp/dpa). Das Präsidium des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) hat am Mittwoch die Verlegung des NOKSitzes von Frankfurt am Main nach Berlin befürwortet. Wie aus NOK-Kreisen weiter bekannt wurde, ist Präsident Klaus Steinbach bei der Sitzung in Balve in Nordrhein-Westfalen mit eindeutiger Mehrheit beauftragt worden, rechtsverbindliche Grundlagen mit dem Berliner Senat für den Umzug in die Hauptstadt zu schaffen. Eine endgültige Entscheidung über den Standortwechsel muss die NOK-Mitgliederversammlung am 8. November in Leipzig treffen.

Der Berliner Senat hatte dem NOK angeboten, die Geschäftsstelle von Frankfurt in die ehemalige Landesvertretung Berlins beim Bund in der Wilhelmstraße im Stadtzentrum zu verlegen. Angeblich soll das NOK lediglich die Betriebskosten übernehmen und keine Miete zahlen müssen. Steinbach hatte die NOK-Beschäftigten bei einer Mitarbeiterversammlung Mitte September bereits auf die mögliche Umzugsentscheidung vorbereitet. Der Berliner Senat verspricht sich von dem Umzug des NOK eine Aufwertung der Sportstadt Berlin, deren Ruf in den zurückliegenden Monaten durch den Weggang der Führungsakademie des Deutschen Sports nach Köln gelitten hatte.

Mit einem Umzug des NOK wären auch die Probleme des finanziell angeschlagenen Deutschen Olympischen Instituts (DOI) geklärt, das vom Kleinen Wannsee mit in das NOK-Gebäude in Berlin-Mitte ziehen könnte.

Die rot-schwarze Koalition in Berlin unter Eberhard Diepgen hatte das Gebäude aus dem Jahr 1900 für 2,5 Millionen Euro umbauen lassen. Im Sommer 2002 verzichtete Berlin aus Kostengründen jedoch auf eine eigene Landesvertretung in Berlin.

Die Umzugsofferte des Berliner Senats war von Hessens Ministerpräsident Roland Koch als unseriöses Lockangebot bezeichnet worden. Ebenfalls Widerstand gegen die Pläne des Nationalen Olympischen Komitees gibt es vom Deutschen Sportbund. Dessen Präsident Manfred von Richthofen hatte kritisiert, dass damit vor allem die kurzen Wege im Haus des Deutschen Sports in Frankfurt wegfielen.

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