Sport : Olympisches Vancouver

Salzburg und Pyoengchang haben bei der Vergabe der Winterspiele 2010 kaum Chancen

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Prag (dpa). Die kanadische Hafenstadt Vancouver gilt als Favorit. Salzburg und Pyoengchang in Südkorea sind nur Außenseiter, wenn die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) heute die Olympischen Winterspiele 2010 vergibt. Allerdings haben die drei Bewerber bei ihren je 45minütigen Präsentationen in Prag noch die Chance, die 113 Stimmberechtigten von sich zu überzeugen. Weil den IOC-Mitgliedern aus Afrika, Asien und Südamerika der Wintersport eher fremd ist, kommt der Präsentation eine besondere Bedeutung zu. IOC-Präsident Jacques Rogge wird den Sieger in einer um 17.30 Uhr beginnenden kurzen Zeremonie verkünden.

Vancouver ist Favorit, weil die Stadt die Bestnote des IOC bei der Städte-Prüfung und dem geopolitischen Aspekt bekommen hat. Bei 13 von 20 Malen hat das IOC bisher Winterspiele nach Europa vergeben, zuletzt gingen sie an Turin (2006). Schwerer wiegt die Tatsache, dass eine Wahl für Salzburg gegen die Vergabe der Sommerspiele 2012 nach Europa sprechen würde. Kalkulationen im IOC gehen davon aus, dass deshalb mehr als ein Dutzend europäische IOC-Mitglieder aus den Bewerberländern Deutschland (Leipzig), Frankreich (Paris), Großbritannien (London), Spanien (Madrid) und Russland (Moskau) nicht für Salzburg stimmen werden.

Der Einsatz von Franz Beckenbauer, der am Dienstag in Prag „als Einwohner von Kitzbühel“ für Salzburg auf Sympathiewerbung ging, ist daher vom deutschen NOK und Leipzig kritisch gesehen worden. Beckenbauer ist auch Mitglied des Leipziger Bewerbungs- Kuratoriums. Der Versuch, ihn von seinem Auftritt abzuhalten, ist ohne Erfolg geblieben. Allerdings stecken auch die deutschen Olympier Thomas Bach, Walther Tröger und Roland Baar in einer Zwickmühle, weil die Kunsteisbahn am Königssee für Bob und Rodeln Teil der Salzburger Bewerbung ist.

Salzburg und Pyoengchang haben gegen Vancouver nur dann eine Chance, wenn die kanadische Stadt nicht schon im ersten Wahldurchgang die absolute Mehrheit der Stimmen erhält. Dann aber müssten sich die meisten Voten des ausgeschiedenen Kandidaten auf die Seite des Konkurrenten von Vancouver schlagen. „So etwas funktioniert nicht“, sagt IOC-Vizepräsident Bach. „Es ist schon schwer genug, für sich selbst zu werben.“

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