Sport : Oma gesucht

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Fabian Johnson hat es geschafft. In jedem Saisonspiel der TSG Hoffenheim stand er in der Startelf, und jetzt wird er mit 23 Jahren auch Nationalspieler. Bei Jürgen Klinsmann in den USA. Der gebürtige Münchner Johnson hat beide Staatsbürgerschaften, aber 35 Spiele in allen Auswahlmannschaften ab der U 17 des Deutschen Fußball-Bundes gemacht, mit der U 21 wurde er vor zwei Jahren Europameister. Danach wartete er auf den Durchbruch, der beim VfL Wolfsburg als Rechtsverteidiger nicht gelang. Das ist die einzige Position, auf der Joachim Löw in der deutschen Nationalmannschaft noch einen gewissen Bedarf hat – die Chancen für Johnson, der auch offensiver wie jetzt in Hoffenheim spielen kann, stehen trotzdem nicht gut.

Zu groß ist inzwischen die Auswahl, für eine Nationalmannschaftskarriere muss nicht nur Johnson in ein anderes Land ausweichen, für das er spielen darf. Oder könnte. Wie sein Klubkollege Daniel Williams, der zwar bislang nur einen deutschen Pass hat, dessen Vater aber aus den USA stammt. Jürgen Klinsmann hat ihn bereits kontaktiert. Der Vorgänger von Joachim Löw muss im Einwanderungsland USA, das erstaunlich wenige Nationalspieler hat, die anderswo geboren sind, nun das machen, was bei anderen Staaten und Ligen mit Ausländerregeln schon lange betrieben wird: die Suche nach einem Opa oder einer Großoma, mit deren Hilfe man die Spieler umetikettieren kann.

Klinsmann und seine Soccer-Großmacht USA suchen jetzt Spieler, die es anderswo nicht geschafft haben.

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