• Orangefarbene Rosen und viele Absagen Eisschnelllauf: Wolf und Anschütz siegen in Berlin

Sport : Orangefarbene Rosen und viele Absagen Eisschnelllauf: Wolf und Anschütz siegen in Berlin

Benedikt Voigt

Berlin - Kurz hatte Werner Noack die Starterlisten der Deutschen Meisterschaften im Eisschnelllaufen begutachtet, dann ist der Präsident des Thüringischen Eisschnelllaufverbandes losgezogen und hat fünf Rosen gekauft. „Für jeden Erfolg unserer Läuferinnen eine“, sagte Noack, „wenn ich am Ende eine übrig habe, habe ich mich verrechnet." Vergeblich hat er nicht eingekauft, das ließ sich bereits nach den 3000 Metern der Frauen sagen: Um kurz nach 19 Uhr konnte er Daniela Anschütz die erste seiner orangefarbenen Blumen überreichen.

Die Erfurterin holte sich gestern im Sportforum Hohenschönhausen vor rund 100 Zuschauern den ersten Titel der neuen olympischen Eisschnelllaufsaison. „Ich bin Deutsche Meisterin, das war mein Ziel, aber der Lauf war doch sehr mühevoll“, sagte die 30-Jährige. Sie profitierte allerdings auch davon dass Claudia Pechstein und Anni Friesinger fehlten, die beide auf einen Start über 3000 Meter verzichtet hatten. Pechstein wird heute die 1500 Meter laufen.

Erst auf den letzten zwei Runden schob sich Daniela Anschütz an Lucille Opitz vorbei. „Die volle Zufriedenheit ist nicht da“, sagte Daniela Anschütz, „diese Zeit sollte nicht mein Maßstab sein.“ Vielleicht habe es am Eis gelegen, dass sie nur 4:13,75 Minuten gelaufen war.

Dem widersprachen jedoch die Ergebnisse der Rennen über 500 Meter der Frauen und Männer. Die Berlinerin Jenny Wolf unterbot in beiden Durchgängen mit 38,54 Sekunden und 38,89 Sekunden die Weltjahresbestleistung. Diese Leistung brachte ihr den Meistertitel und die Qualifikation für den Weltcupstart in zwei Wochen in Calgary. Doch auch Jenny Wolf lief gegen eine dezimierte nationale Konkurrenz. Sabine Völker und Monique Garbrecht-Enfeldt hatten zuvor bereits auf ihre Starts verzichtet.

Und auch Dino Gillarduzzi, der neue Deutsche Meister über 500 Meter, bot gestern Abend eine bemerkenswerte Zeit. Seine 35,95 Sekunden im zweiten Durchgang waren auf einer europäischen Bahn die schnellste Zeit eines deutschen Läufers.

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