Sport : Orte der Trauer

Wie Aachen, Cottbus und Oberhausen den Aufstieg in die Bundesliga verspielten

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Neunzig Minuten entschieden gestern über den Aufstieg in die FußballBundesliga: So spannend war es selten in der Zweiten Liga. Der FSV Mainz 05 hat es am Ende geschafft – und Aachen, Cottbus und Oberhausen trauern.

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Karlsruhe, 16.46 Uhr: Das Spiel ist abgepfiffen und die Fans von Alemannia Aachen trauern. Fast 10 000 Anhänger hatten sich auf den Weg nach Karlsruhe gemacht. Zwei Punkte Vorsprung hatte die Mannschaft, das sollte reichen, oder? Minuten vor Anpfiff hielten die Fans noch ein Plakat in die Höhe: „ Auf geht’s Jungs! Die Erste Liga ruft“ . Doch es ging eigentlich gar nichts an diesem Nachmittag. Aachen wirkte von der ersten Minute verunsichert und schlug die Bälle oft nur nach vorn. Zur Halbzeit sagte zwar Alemannia-Präsident Horst Heinrichs: „Wir hoffen auf die zweite Hälfte. Nichts ist entschieden.“ Doch als der Karlsruher SC durch Conor Casey 1:0 in Führung ging, war die Hoffnung nur noch minimal. Minuten vor Abpfiff vergab Aachen noch zwei große Chancen. Die Mannschaft rutschte vom dritten auf den sechsten Platz ab. Es war der Tag der Trauer. In einer Woche trifft die Alemannia nun im DFB-Pokalfinale auf Bremen. Vielleicht gibt’s ja doch noch was zu feiern.

Cottbus, 16.46 Uhr: Das Torverhältnis war entscheidend. Energie Cottbus hatte gegen Regensburg zwar 3:0 (1:0) gewonnen, ist punktgleich mit Mainz – doch der FSV trotzdem besser. „Wir haben zu viele Matchbälle vergeben in dieser Saison“, sagte Energie-Coach Eduard Geyer nach Abpfiff. Nach dem 1:0 kurz vor der Pause hatte er noch betend an der Seitenlinie gesessen. Geyer und die 18 000 Zuschauer im Stadion der Freundschaft wurden nicht erhört. Der FC Energie bleibt in der Zweiten Liga.

Oberhausen, 16.47 Uhr: Rot-Weiß Oberhausen hatte sich nicht mehr viel ausgerechnet, deshalb hielt sich der Schmerz nach Abpfiff in Grenzen. Im letzten Saisonspiel gewann RWO gegen Osnabrück 3:2. Im Laufe des Spiels war es stiller im Oberhausener Stadion geworden. Die Fans hatten zwar keine Zwischenstände der Konkurrenten über die Anzeigetafel erhalten, weil der Klub seine Mannschaft nicht nervös machen wollte – aber die Infos erhielten die Fans über kleine, mitgebrachte Radiogeräte. Irgendwann stand fest: Mainz war nicht mehr einzuholen. Oberhausen wurde Fünfter. Tsp

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