Oscar Pistorius : Dabeisein ist nicht alles

Am Ende bleibt alles beim Alten. Oscar Pistorius wird zu den Paralympics fahren, nicht aber zu den Olympischen Spielen der nicht-behinderten Sportler. Anke Myrrhe gratuliert zu einem (fast) gelungenen Kampf

Anke Myrrhe

Pistorius wurde vom südafrikanischen Verband auch für die Staffel nicht nominiert. So endet ein monatelanger Kampf um die Startberechtigung des unterschenkelamputierten Sportlers. Seine Carbon-Protesen hatten ihm erst ein Startverbot eingebracht, weil der Leichtathletik-Weltverband befürchtete, er habe dadurch einen Vorteil. Pistrorius kämpfte – und gewann. Nun hat wohl ausgerechnet der Kampf, bei Olympia starten zu dürfen, ihm diesen Traum genommen. Viele Untersuchungen, viel Öffentlichkeit – das hieß für Pistorius wenig Training. Am Ende hatte er die Starterlaubnis, aber es fehlten die passenden Leistungen.

Dennoch hat Pistorius alles richtig gemacht. Nicht nur, weil er einer der bekanntesten Leichtathleten der Welt wurde, namhafte Sponsoren bekam und der Star der Paralympics sein wird. Er hat der Welt auch gezeigt, was man mit einer Behinderung leisten kann. Ähnlich wie seine Landsfrau Natalie du Toit, die trotz ihrer Unterschenkelamputation zu Olympia fahren wird. Sie beide tragen dazu bei, dass die sportlichen Leistungen behinderter Sportler an Anerkennung gewinnen. Pistorius hat mit seinem Kampf ein Zeichen gesetzt. Er ist jung und wird noch oft zeigen können, wie schnell man mit einer Behinderung rennen kann.

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