Ost-, Ost-, Ostdeutschland! : Saisonstart für die Eisbären - und ihre Fans

Sonderzüge aus Putlitz, Busse aus Dresden: Die Eisbären gewinnen außerhalb Berlins immer mehr Fans. Die meisten kommen aus dem Berliner Umland, manche aber auch aus dem Westen.

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Die Eisbären, eine ostdeutsche Liebe. Am 16. September 2011 beginnt die neue Saison. In unserer Bildergalerie blicken wir voraus - und zurück.Alle Bilder anzeigen
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15.09.2011 18:21Die Eisbären, eine ostdeutsche Liebe. Am 16. September 2011 beginnt die neue Saison. In unserer Bildergalerie blicken wir voraus -...

Berlin - 126 Kilometer liegen zwischen dem Vereinslokal der „Putlitzer Eisgänse“ und der großen neuen Arena im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Eine lachhafte Entfernung für die Putlitzer Anhänger der Eisbären. Sie kämen auch mal mit einem kleinen Sonderzug der Bahn nach Berlin, sagt Fanklub-Mitglied Jens Waldmann. „Dann sind wir 50 Leute aus Putlitz“. Im Regelfall komme der feste Stamm aus der altmärkischen Kleinstadt zu den Eisbären, zehn bis zwölf Leute, erzählt Waldmann.

Die Eisbären sind nicht nur eine Berliner, sondern auch eine ostdeutsche Liebe, Moritz von Uslar streift das Thema in seinem Roman „Deutschboden“, der sich auf Beobachtungen des Autors in der brandenburgischen Kleinstadt Zehdenick stützt. Im Zehdenicker Stammlokal des Autors ist der erfolgreiche Berliner Eishockeyklub kurz Thema – als ein Stück Ost-Identifikation. Der fünfmalige Deutsche Meister Eisbären vereint zwei Dinge: Er kommt aus dem Osten und ist erfolgreich. Damit hat er eine Entwicklung hingelegt, die etwa im Fußball nicht ein Ostklub nach der politischen Wende geschafft hat.

Die Geschichte des Klubs spielt bei den Fans außerhalb Berlins eine große Rolle, der Fanklub „Ostblock Stendal“ trägt sie sogar im Namen. Jens Waldmann von den Putlitzer Eisgänsen würde im Leben nicht zu den Hamburg Freezers oder zum EHC Wolfsburg fahren, obwohl das ja von Putlitz auch nicht viel weiter als Berlin ist. „Da fehlt einfach der Bezug, das Ostberlin-Ding hat besonders in den Neunzigerjahren eine Rolle gespielt, damit konnte man sich identifizieren.“ Inzwischen allerdings lasse er sein „Dynamo-Trikot“ im Schrank. „Die Sache mit dem Osten wird abnehmen“, glaubt er. „Besonders bei den jüngeren Leuten.“ Auch René Jahn aus Dresden glaubt, „dass das Ostding eine Rolle spielt, das ist Kult, auch der alte Name Dynamo.“ Die Eisbären seien beispielhaft im Profisport in Deutschland. Nach der Wende hätten die klein angefangen und nun seien sie ganz groß.

Lesen Sie auf Seite 2, welche Rolle der Umzug in die neue Großarena für die Fans spielt.

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