Sport : Out of Lebach

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Benedikt Voigt über Steinbachs geplanten Umzug nach Berlin

Es ist nicht bekannt, ob der bekannteste Bürger von Lebach an der Saar regelmäßig am Höhepunkt des lokalen Veranstaltungskalenders teilnimmt. Als solcher gilt nämlich das Pferderennen, das jährlich an einem Tag im September auf der Rennwiese La Motte seinen Lauf nimmt. Ein Hürden, vier Trab- und vier Galopprennen gibt es dort zu besichtigen. Sollte jedoch der Lebacher Klaus Steinbach mit seinem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) tatsächlich nach Berlin ziehen, wird er sich vor derartigen Höhepunkten kaum retten können. Fast täglich bieten die Pferderennbahnen Mariendorf, Karlshorst oder Hoppegarten ein Rennen an.

Nur noch die NOK–Mitgliederversammlung kann verhindern, dass das NOK mit seinem Präsidenten Klaus Steinbach nach Berlin kommt. Das NOK–Präsidium hat sich gestern mit 11:2 Stimmen für einen Umzug aus Frankfurt in die Hauptstadt ausgesprochen. Der reichhaltige Pferdesportkalender dürfte dabei nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. „Es ist eine sportpolitisch und wirtschaftlich interessante Offerte“, sagt der NOK–Präsident. Das Land Berlin bietet dem NOK eine Immobilie in der Wilhelmstraße mietfrei an, durch den Zuzug des Deutschen Olympischen Institutes wären zudem dessen finanzielle Probleme gelöst. Und sportpolitisch bieten sich vor allem Steinbach persönlich große Chancen. Er kann sich mit dem NOK vom Deutschen Sportbund emanzipieren, der bislang im selben Gebäude in Frankfurt sitzt. Außerdem bildet die Nähe zur Politik ein zentrales Motiv in Steinbachs Amtszeit – im Gegensatz zu der seines Vorgängers Walther Tröger. Gerade weil Steinbach der Umzug so am Herzen liegt, träfe es ihn umso härter, wenn die Mitgliederversammlung dagegen votiert. Dann kann er Pferderennen wieder in Lebach verfolgen.

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