Sport : Pässe wie Schokoladentorte

Armin Lehmann

sagt, warum es keine Götter neben Maradona geben darf Es gibt zwei gute Nachrichten zu verkünden. Seit Freitagabend wird wieder Fußball gespielt in der Bundesliga. Und: Diego Maradona schmuggelt erfolgreich Schokoladentorte in sein Hotelzimmer, wie eine Journalistin exklusiv herausgefunden haben will. Leider liegt das Hotelzimmer nicht in München, und Maradona war nicht beim Rückrundenauftakt zwischen dem FC Bayern und dem HSV zugegen, sondern weilte in Griechenland und sah sich das Spiel Olympiakos gegen Iraklis an. Das wiederum ist Maradona übel zu nehmen, hatte er doch seinen letzten, wirklich großen, ja großartigen Auftritt als Fußballer im Münchner Olympiastadion. Beim Abschiedsspiel seines ebenfalls großartigen Freundes Lothar Matthäus stand Maradona im Mai 2000 zwar nur im Mittelkreis herum, aber wenn er den Ball bekam, spielte er aus dem Stand solche unglaublichen Pässe, dass keine Schokoladentorte der Welt sie hätte jemals verhindern können.

In Griechenland versteckte sich der geniale Fußballer Maradona, wie seit einigen Jahren leider üblich, hinter einer selbst erfundenen Fassade, die ihn aussehen lässt wie ein großer, aufgeblähter Ballon. Aber aus diesem von Maradona geschaffenen Körper heraus entweichen weise, zuckersüße Worte. Daraus ergab sich wiederum ein nicht an Klarheit zu überbietender Satz, der erklärte, warum die Argentinier ihn Fußballgott tauften: „Es gibt nur einen Gott. Aber weil Pelé schon der König war, wollten sie mich nicht auch so nennen.“

Es gibt noch zwei schlechte Nachrichten: Die Bundesliga hat keinen Maradona. Und die Schokoladentorte durchkreuzt schamlos die Diät des Fußballgotts: Golfspielen, Havannas rauchen, totales Zuckerverbot.

Aber was soll’s, Pelé ist halt nur König.

0 Kommentare

Neuester Kommentar