Sport : Pagé im Pech

Warum der Eisbären-Trainer vergeblich nach Köln fuhr

Claus Vetter

Von Claus Vetter

Berlin. Der spaßige Teil war erledigt, der ernste erledigte sich von selbst. Pierre Pagé war am Dienstag nach Köln gereist. Mittags nahm der Eisbären-Trainer an einer Präsentation der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zum Allstar-Game teil – Pagé betreut die Auswahl, die am 2. Februar in der Kölnarena gegen das Nationalteam antritt. Abends wollte sich Pagé mit 11 000 Zuschauern die Partie zwischen den Haien und den Mannheimer Adlern anschauen. Doch daraus wurde nichts. Das Eis war brüchig, das Spiel fiel aus.

Die Fans in der Halle waren sauer, Pagé auch. Der Kanadier hatte den nächsten Gegner beobachten wollen, die Eisbären treten am Freitag in Köln an. Hans Zach nahm die Panne dagegen locker. „Der war sogar glücklich“, sagt Pagé. Kein Wunder, der Kölner Coach wollte mit seiner Gattin auf ein Karnevalsfest, konnte die Festivität früher als geplant besuchen. Freitag will Zach nicht feiern, und es soll auch Eis geben in Köln. Für eine Veranstaltung von „Holiday on Ice“ waren Werbelogos unter der Eisfläche mit weißer Farbe abgedeckt worden, vor dem Spiel der Haie wurde die Farbe nur unzureichend entfernt, worauf das Eis partiell nicht zufror, lautet die Erklärung von Seiten der Kölnarena. Merkwürdig ist, dass erst die Spieler beim Warmlaufen auf die Risse im Eis hinweisen mussten. Den aus der Absage entstandenen Schaden von 210 000 Euro trägt die Kölnarena. Inzwischen wurde das Eis abgetaut, die Fläche darunter gereinigt.

Bei den Berlinern kann Verteidiger Joel Dezainde erstmals mitwirken. Der 24-jährige Kanadier (zuvor HC Bozen) erhielt einen Vertrag bis Saisonende. Auch in Köln dabei ist John Gruden, erstmals nach seiner Schulterverletzung. In Abwesenheit ihres Kapitäns lief bei den Eisbären weniger zusammen als im Dezember, wo sie den ersten Tabellenplatz eroberten. Der letzte Sieg in der regulären Spielzeit gelang ihnen am 5. Januar beim 3:1 gegen Iserlohn. Gruden sieht die Lage trotzdem undramatisch. „Wir hatten viele Ausfälle, daher ganz natürliche Probleme“, sagt der Amerikaner. „Und wenn das unser Tief war, dann sind wir in sehr guter Form.“

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