Sport : Panama in Hoppegarten

Jockey Pedroza startet beim Preis der Deutschen Einheit

Ingo Wolff

Hoppegarten. Für den kleinen Bären und den Tiger war es eine duftende Kiste mit der Aufschrift „Panama“, die den mittelamerikanischen Staat zum Land der Träume machte. Mit seinem Buch „Oh wie schön ist Panama“ hat der Kinderbuchautor Janosch den kleinen Staat mit dem großen Kanal ins deutsche Bewusstsein gerückt. Dass dort auch Pferderennen stattfinden, war hier zu Lande weitgehend unbekannt – bis 1995 Eduardo Pedroza auftauchte und auf den deutschen Bahnen Aufsehen erregte. Der 28-Jährige gehört nicht nur wegen seines dunklen Teints zu den auffälligsten Jockeys. Man trifft ihn immer freundlich, immer lächelnd. Und er pflegt seinen eigenen Stil im Sattel.

„Das Reiten ist in Panama ganz anders“, sagt Pedroza, „Taktik ist nicht wichtig, dort geht es schnell zur Sache.“ Das liegt vor allem daran, dass auf der einzigen Bahn in Panama nur auf Sand und vorrangig über Sprintstrecken geritten wird. Auch die Pferde in Deutschland sind besser. Trotzdem hat sich Pedroza durchgesetzt. Obwohl er sehr auf sein Gewicht achten muss. „Ich ess nun mal gern“, sagt der 1,72 Meter große Jockey. Dennoch zählt er zu den Topjockeys. Was wohl daran liegt, dass er als äußerst gefühlvoller Reiter gilt. Er selbst mag Jockeys, die mit Kopf und Stil reiten. Wegen seines Stils hat ihn Andreas Wöhler im vorigen Jahr nach dem Weggang von Andreas Suborics auch als ersten Stalljockey engagiert.

Beim morgigen Preis der Deutschen Einheit auf der Galopprennbahn Hoppegarten (Beginn 13.50 Uhr) wird Pedroza mit Terre de L’Home an den Start gehen. Der sechsjährige Hengst gewann vor einem Jahr das mit 55000 Euro dotierte Rennen. Damals gab es hohe Quoten für diesen Überraschungssieg. Seither plagt den Hengst aber eine Erkrankung der Atemwege. Nur ein einziges Mal ist er gestartet, beim Preis der Dortmunder Wirtschaft wurde er Achter. Zu den Favoriten zählt er deshalb nicht. Auch Pedroza gehört aktuell nicht zu den Top Ten in Deutschland, doch in Hoppegarten reitet der Panamese ungewöhnlich erfolgreich. Im Vorjahr war er dort sogar Jahresbester.

Allein deshalb dürfte Terre de L’Home in diesem Rennen, das zur Europagruppe III zählt, gegen den norwegischen Favoriten Royal Experiment eine Chance haben. Neun Konkurrenten hat Pedroza im Preis der Einheit. Jenem Rennen, das 1991 vom Zigarrenmagnaten Zino Davidoff geschaffen wurde – im gleichen Jahr, als Pedroza in Panama das erste Mal ein Rennen bestritt.

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