Sport : Panther schlagen Eisbären

Augsburg siegt nach einem 1:3-Rückstand noch 4:3

Claus Vetter

Berlin. Es war wie stets in der Weihnachtszeit im Sportforum: Auf den Stehtribünen der Eishalle in Hohenschönhausen drängelte sich das Volk. 5000 Zuschauer waren in der ausverkauften Halle. Und sie sahen ein attraktives Spiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) – allerdings ohne ein glückliches Ende für den EHC Eisbären. Da half es auch nicht, dass einige Berliner Fans die Spieler der Augsburger Panther als „Augsburger Puppenkiste“ verspotteten. Die Schwaben scherten sich nicht um die Verbalattacke und besiegten den gastgebenden Tabellenführer 4:3 (1:2, 1:1, 2:0).

Es ist schon imposant, wie sich die Panther mit ihren – finanziell gesehen - eher sparsamen Mitteln diese Saison in der Spitzengruppe der DEL festgesetzt haben. Sie düpierten mit ihren schnellen Kombinationen gestern auch eine Spitzenmannschaft wie die der Eisbären. Das war bereits nach vier Minuten der Fall: Als Berlins Stürmer Yvon Corriveau auf der Strafbank saß, brachte Colin Beardsmore Augsburg beim Überzahlspiel in Führung. Die ersatzgeschwächten Berliner – neben fünf bereits länger verletzten Spielern musste auch noch Mark Beaufait (Leistenzerrung) passen – hatten Probleme mit dem unbequemen Gegner. Allerdings beherrschten sie ihr Powerplay exzellent: Zunächst erzielte Kelly Fairchild den Ausgleich, dann gelang Alexander Barta bei numerischer Überlegenheit der Berliner das 2:1. Nachdem der kanadische Verteidiger Micki Dupont dann auf 3:1 für die Eisbären erhöht hatte, schien alles gelaufen. Von wegen. Die Berliner wirkten nun müde, die Augsburger hingegen hellwach: Xavier Delisle gelang der Anschlusstreffer, als Barta eine Zwei-Minuten-Strafe absaß.

Dann wurde es turbulent. Während die Eisbären-Fans noch ein Zwischenergebnis aus der Eishockey-Oberliga bejubelten – Dresden führte 3:1 gegen die Berlin Capitals –, traf Shawn Carter zum 3:3 für Augsburg. Bei den Eisbären lief immer weniger, Florian Keller ermöglichte mit einem Fehlpass Carter einen Konter. Der Augsburger Stürmer besiegelte mit seinem zweiten Treffer die dritte Heimniederlage der Berliner in dieser Saison. Zeit zum Wehklagen bleibt den Eisbären allerdings nicht. Die standesgemäße DEL-Terminhatz an und zwischen den Feiertagen geht weiter. Für die Eisbären am Sonntag mit dem Spiel beim Aufsteiger Freiburg.

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