Sport : Papa, darf ich …

Michael Rosentritt

fragt sich, warum das Pokalfinale so spät beginnt Wenn die Nation am Samstagnachmittag, zur Sportschauzeit, den Fernseher einschaltet, wird folgendes passieren: Die einen werden ein bisschen enttäuscht sein, und die anderen werden sich sehr freuen: über Frauenfußball. Am späten Nachmittag spielen nicht wie lange üblich in Deutschland die Männer, sondern zunächst die Finalisten des weiblichen Pokal-Wettbewerbs. Die Herren, also die Profis des FC Bayern und von Schalke 04, werden sich erst ab 20 Uhr 45 live im Olympiastadion duellieren. Warum aber der Bruch mit der Tradition? Bisher galt das Männer-Pokalfinale wegen seiner relativ frühen Anstoßzeit schließlich als ein Ereignis für die ganze Familie.

Eine Überlegung mag sein: mehr Aufmerksamkeit für den Frauenfußball. Und mehr Quote. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber in diesem Fall heißt mehr Zuschauer für die Frauen auch weniger für die Männer. Und zwar aus dem Bereich der jüngsten Fußball-Fans. Für unzählige Familien ist die Anstoßzeit nämlich ein Drama, und das spielt sich ab in der eigenen Wohnung. Die quälende Entscheidung, die Eltern zu treffen haben, lautet: Darf mein fünf-, sechs-, sieben- oder achtjähriger Sohn das Spiel sehen, womöglich mit Verlängerung und Elfmeterschießen? Dann ist es fast Mitternacht. Die Siegerehrung danach, Interviews mit dem geliebten Star… Das sind Probleme!

Und sie hören nicht auf. Das Einweihungsspiel für Münchens Allianz Arena zwischen der Nationalmannschaft und dem FC Bayern beginnt um 21.15 Uhr.

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