Sport : Pappnase von der Weser

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Armin Lehmann sagt, warum

Willi Lemke lieber geschwiegen hätte

In diesen Wochen der Entscheidung um die deutsche Fußball-Meisterschaft lohnt sich stets ein genauer Blick auf die Verantwortlichen des SV Werder Bremen. Beneidenswert, mit welcher Angler-Ruhe Trainer Schaaf und Manager Allofs jeden noch so blödsinnigen Angriff aus München parieren. Kaum Gestik, bescheidene Worte, freundliche Mimik – Bremens Gelassenheit, einhergehend mit Punktgewinnen der eigenen Mannschaft, hat die verbalen Torjäger der Bayern, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, einfach ins Abseits stürmen lassen. So bräsig, so gut.

Leider haben die Bremer einen Aufsichtsrat namens Willi Lemke. Der kann es nicht ertragen, dass niemand mehr wissen will, was er sagt. Der Mann war lange Jahre das gute Gewissen in Bremen, Manager auch noch und hatte stets eine besonders liebevolle Beziehung zu Uli Hoeneß. Der beschimpfte ihn stets, wie man das eben so tut da unten in Bayern – und Willi Lemke blieb lange Jahre ruhig und gelassen.

Aber das ist lange her. Kaum steht Bremen mal wieder kurz vor der Meisterschaft, kann Willi Lemke den Mund nicht halten, sondern muss selbst Pulver verschießen. „Die Bayern haben doch die Pappnasen auf“, verkündete er via „Sport Bild“ und ließ den deutschen Fußball-Stammtisch wissen, dass er sich den Uli Hoeneß nie ansehe, weil „ich den Fernseher immer abschalte, wenn er erscheint“. Und natürlich findet Lemke auch, dass Ottmar Hitzfeld ein „großartiger Trainer und Mensch“ sei, den der FC Bayern nie so schändlich behandeln dürfte.

Es war eine so schöne Taktik der Bremer, einfach so zu sein, wie sie wirklich sind. Willi Lemke hätte lieber geschwiegen.

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