Sport : Paraguay redet sich stark

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Busan (dpa). Deutsche Tugenden und ein in Deutschland geschultes Sturmtalent sollen Paraguay zu einem erfolgreichen WM-Auftakt verhelfen. „Wir sind auf einen Sieg vorbereitet“, sagt Bundesligaprofi Roque Santa Cruz vor der Partie heute gegen Südafrika in der vier Millionen Einwohner zählenden südkoreanischen Hafenstadt Busan. Der 20 Jahre alte Profi vom FC Bayern München bringt damit die hohe Erwartungshaltung im Team der Südamerikaner zum Ausdruck. „Wir sind besser als 1998. Schon gegen Südafrika werden wir das zeigen“, meint Verteidiger Carlos Alberto Gamarra, der bei der WM vor vier Jahren zum besten Innenverteidiger gekürt wurde.

Abwehrstärke und Kampfkraft sind das Gütesiegel der Paraguayer, die als die Deutschen Südamerikas gelten. Allerdings teilen die Lateirikaner eine weitere Eigenschaft mit den deutschen Nationalspielern: Sie sind keine Zauberer, die mit technischer Raffinesse das Publikum in Verzückung versetzen können.

Den öffentlich zur Schau getragenen Optimismus seiner Spieler teilt Trainer Cesare Maldini vor der Partie gegen die Afrikaner nicht ganz. Wegen eines Torwartproblems beschlich ihn mehr Unruhe als gewöhnlich. Stammtorhüter José Luis Chilavert ist noch gesperrt, sein Stellvertreter Ricardo Tavarelli erlitt im Training eine leichte Fingerverletzung. „Ich spiele auf jeden Fall“, sagte Tavarelli trotzig. Sein Arm, beteuert er, müsse schon in Gips liegen, um ihn aus dem Tor zu verbannen.

Über Verletzungen klagen auch die beiden Mittelfeldspieler Carlos Paredes und Roberto Acuna. Der exzentrische Chilavert, sonst eher ein Mann der lauten Töne, gab sich einen Tag vor dem Anstoß kleinlaut. „Wir müssen Südafrika respektieren. Wir müssen aufpassen“, redet er geradezu beschwörend auf seine Teamkollegen ein.

Die Statistik spricht jedoch klar gegen Südafrika. In den elf Spielen gegen südamerikanische Mannschaften hat die in der Heimat Bafana Bafana genannte Nationalmannschaft noch nie gewonnen. Vier Unentschieden und sieben Niederlagen bei 8:24 Toren stehen zu Buche. Die WM-Premiere vor vier Jahren in Frankreich endete mit zwei Unentschieden und einer Niederlage unbefriedigend. „Die Paraguayer sind eine physisch starke Mannschaft, die gut organisiert ist und gefährlichen Konterfußball spielen kann“, meint Südafrikas Trainer Jomo Sono anerkennend. „Aber wir haben dennoch die Fähigkeit, sie zu schlagen.“

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