Parallel-Riesenslalom : Blech für Snowboarderin Selina Jörg

Nicolien Sauerbreij ist Olympiasiegerin im Parallel-Riesenslalom der Snowboard-Fahrerinnen. Die Niederländerin bezwang in Cypress Mountain im Finale die Russin Ekaterina Iljuchina. Mitfavoritin Amelia Kober schied im Viertelfinale aus, Selina Jörg aus Sonthofen unterlag im Rennen um Bronze der Österreicherin Marion Kreiner und wurde Vierte.

Vancouver 2010 - Snowboard
Medaillentraum geplatzt. Amelie Kober scheiterte nach einem Sturz im Viertelfinale und musste sich letztlich mit Rang acht...Foto: dpa

Vier Jahre nach Olympia-Silber war für Mitfavoritin Amelie Kober in Vancouver im Viertelfinale nach einem Sturz im zweiten Lauf Endstation. "Es war extrem schwierig, aber es war auch einfach nicht mein Tag", gab die Polizisten, der auch eine ganze Kollektion mitgebrachter Kuscheltiere und Glücksbringer nichts half, zu. Ob die werdende Mutter ihre Karriere ganz beendet, hat sie noch nicht entschieden. "Das muss man erst mal abwarten", sagte Kober, die im Platzierungslauf um Platz sieben nicht mehr angetreten war.

Als erste der vier Deutschen blieb Isabella Laböck im Achtelfinale auf der Strecke. "Das muss man erst einmal verarbeiten, dass Olympia gelaufen ist. Die eine Chance habe ich versemmelt, aber ich bin ja noch jung", sagte die 23-Jährige, die Platz 15 belegte. Allerdings haderte sie mit dem völlig vom Regen durchweichten Hang und meinte: "Warum sind wir keine Hallensportler?"

Die Bedingungen auf der Piste am Cypress Mountain waren tatsächlich extrem schlecht. Dauerregen, Nebel und eine harte, unebene Piste erschwerten die Jagd nach den drei Medaillen. "Solche Bedingungen hatten wir noch nie und die Sicht war auch blöd", berichtete Selina Jörg, der im kleinen Finale ein Sturz im ersten Lauf Bronze kostete.

Schwierige Bedingungen in Cypress Mountain

Sehr gewöhnungsbedürftig empfand auch die am Ende fünftplatzierte Anke Karstens den Untergrund: "Stellenweise war es total hart, so als hätte jemand Eisbrocken in den Schnee gesteckt." Und der deutsche Chef de Mission Bernhard Schwank fragte nach seiner Ankunft auf dem Hausberg von Vancouver ungläubig: "Finden die Rennen überhaupt statt?"

Für Timm Stade, den Sportdirektor des Snowboard Verbandes Deutschland (SVD), war Amelie Kober "unser bestes Pferd im Stall" - diesmal leider nur mit angezogenen Zügeln. Schließlich hatte sie in Turin 2006 Silber im Parallelslalom geholt. "Sie ist ein Siegertyp", hatte Stade sie zuvor noch angepriesen. Doch die 22-Jährige vom SC Miesbach selbst wollte davon vor dem Olympia-Start nichts wissen: "Ich würde mich niemals als Favoritin bezeichnen."

Der Snowboard-Verband fühlte sich bei den Vancouver-Spielen "zum Erfolg verdammt", um bis Sotschi 2014 die Förderung zu sichern, wie Stade zuvor mahnte. Seit der Olympia-Premiere 1998 konnten durch Nicola Thost (Gold) sowie Heidi Renoth und Kober (beide Silber) nur drei Snowboard-Plaketten gewonnen werden. Amelie Kober war von der Aussage gar nicht begeistert und fühlte sich unter Druck gesetzt. "Ich muss klar sagen, dass ich das nicht ganz richtig gefunden habe. Aber im Moment möchte ich nicht über Dinge nachdenken, die mich ärgern." (dpa)

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