Paralympics-News : Am Ball

Im März 2010 beginnen die Paralympics in Vancouver. Den Spirit der Spiele konnten die Galagäste bei der „Nacht der Stars“ in Berlin schon jetzt fühlen.

Annette Kögel,Lorenz Vossen

Mit Schwung nach Kanada


Die Sportler checken Trainingspläne, schmieden Reisepläne: Vom 12. bis 21. März finden in Kanada die Winterparalympics 2010 statt. Die alpinen und nordischen Wettkämpfe starten in den Bergen von Whistler, in Vancouver treffen die Sledgehockey- und Curling-Teams aufeinander. 600 Sportler aus 40 Nationen sind nach Auskunft des Internationalen Paralympischen Komitees avisiert. Der Etat beträgt rund 80 Millionen kanadische Dollar.

Doppeltes Timing
Gerd Schönfelder ist als mehrfacher Paralympics-Medaillengewinner für sein perfektes Timing im Schnee bekannt. Nun, was das nächste Frühjahr angeht, da muss er gleich in doppelter Hinsicht wachsam sein. Der 39-jährige Ausnahmeathlet wird nämlich zum zweiten Mal Vater. „Meine Tochter Emilia ist zweieinhalb, und sie freut sich schon total auf ihre ersten Ski“, sagt der Ausnahmeathlet. Seine Frau Christina guckt allerdings auch beim zweiten Kind nicht auf die Stoppuhr. Aber natürlich hofft auch sie darauf, dass das Kind nicht gerade während der Paralympics auf die Welt kommt. Schönfelder will trotzdem ganz schnell zu ihr ins Krankenhaus rasen. Und dabei doch vorsichtig sein. Seinen Arm hatte er als junger Auszubildender verloren, als er noch schnell nach einem Zug rannte. Von einer Sekunde auf die andere änderte sich das Leben. Seine Fans finden, er ist eine „coole Sau“. Sympathisch ist er noch dazu.

Auf dem Sprung
Die Paralympics sind ja längst kein Randthema mehr. Erst neulich lieferte ein Event auf dem Flughafen Tempelhof den Beweis. Wella Professionals hatte tausende Hairstylisten aus 50 Ländern zu einem Trendevent in die Hangars 2 und 3 geladen. Bei der Bühnenshow wurde unsereins kurz an die Olympischen Spiele der Behinderten erinnert. Da hüpfte ein Model spektakulär auf Carbonfedern über den Laufsteg. So was kann Oscar Pistorius, südafrikanischer Prothesensprinter, allemal.

Spaß und Spiele
Heute Abend werden nicht nur die besten Sportler geehrt, sondern auch die, die den Behindertensport unterstützen. Der „Le Mobile Award“ geht in diesem Jahr an die Initiative „KiOly“: ein Projekt der „Stiftung Dritte Welt“, das Sport- und Spielfeste veranstaltet, bei denen Kinder, behindert oder nicht behindert, zusammen spielerisch lernen. Laudator ist voraussichtlich Ronny Ziesmer.

Zu Gast bei Freunden
In Anknüpfung an sein Engagement für die Sporthilfe gründete Thomas Rugo 1996 mit einer Reihe von Partnern den Förderkreis Behindertensport, zwei Jahre später stieß die heutige Vorsitzende Gerda Pleitgen dazu. „Wir haben politische Kontakte geknüpft und Sponsoren aufgetrieben“, sagt Rugo. Und natürlich die „Nacht der Stars“ initiiert, die vor drei Jahren noch „Paralympics Night“ hieß. Die Organisation verfolgt zwei Hauptziele: die Förderung aller sporttreibenden, behinderten Menschen und die Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit für den Behindertensport. Mit seinen Spendeneinnahmen unterstützt der Förderkreis den Deutschen Behindertensportbund (DBS), der im Jahr 2008 mehr als 460 000 Mitglieder registrierte, sowie die deutschen Organisationen der Special Olympics (für Menschen mit geistiger Behinderung) und der Deaflympics (Gehörlose).

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