Paralympics Tagebuch : Folge 3: Wo Unmögliches möglich ist

Olympia und die Paralympics sind ein eigenartiges Modell von einer perfekten Welt, in der Vertreter verschiedenster Kulturen ihre Zeit als eine große Familie verbringen.

Anton Latynin
Redakteuren der Paralympics Zeitung / Paralimpijskij Reporter 2014 im Olympiapark von Sotchi.
Redakteuren der Paralympics Zeitung / Paralimpijskij Reporter 2014 im Olympiapark von Sotchi.Foto: Thilo Rückeis

Palmen, Sonne, Meer und... Winter-Paralympics. Das will nicht so recht zusammenpassen. Nach einigen Tagen in Moskau – bei für Anfang März ungewöhnlich warmen zwei Grad minus – bin ich in Sotschi gelandet, bei ungefähr 20 Grad plus. Ich habe mehrere Minuten gebraucht, um mich zu vergewissern, dass ich noch in Russland bin, und zwar im Austragungsort von Olympia und Paralympics.
Bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt habe ich mit offenem Mund hinaus gestarrt. Wie viel Arbeit hier geleistet worden ist! Vor einigen Jahren hatte es in dieser Gegend noch gar keine Straßen gegeben. Es gab hier überhaupt nicht viel.
An der Uferpromenade am Meer war alles still und friedlich. Drei olympische Wochen sind vergangen. Die Zeit zwischen Olympia und Paralympics kann mit einer gerade aufgelösten feierlichen Tischgesellschaft verglichen werden. Gerade noch war alles laut und lustig, doch nun sind alle Gäste gegangen. Dabei erinnert alles an die kürzlich beendete Feier. Erfreulich ist, dass bald neue Gäste kommen werden. Mögen es auch weniger Gäste sein – doch die Party wird weitergehen!
Olympia und die Paralympics sind ein eigenartiges Modell von einer perfekten Welt, in der Vertreter verschiedenster Kulturen ihre Zeit als eine große Familie verbringen. Sportler, Journalisten, Fans und Volunteers – alle sind gleichberechtigte Gäste auf diesem Fest.
Vor uns liegt noch eine Woche der Paralympics. Beim Blick auf die Wettbewerbe der Sportler mit eingeschränkten Möglichkeiten wird sichtbar, dass Unmögliches möglich ist. Wer sich hohe Ziele setzt und alles gibt, kann es schaffen. Das hört sich leicht an, doch wie häufig sind Menschen faul oder lassen sich hängen. Deshalb helfen uns die Paralympioniken, auch an uns selbst zu glauben.

Zum Schluss möchte ich noch anfügen: Ich bin ein glücklicher Mensch! Mit der Teilnahme an Olympia und Paralympics in meiner Heimat ist für mich ein Traum wahr geworden.

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