Paralympics-Zeitung : Die Schreiber der Spiele

Schüler aus ganz Deutschland und der Schweiz haben sich für die Paralympics-Zeitung beworben. Jetzt stehen die Sieger des Wettbewerbs fest.

Annette Kögel

„Die Information über das Projekt ,Paralympics-Zeitung’ des Tagesspiegels erhielt ich von meinem Lehrer, der mir den Text aus der Zeitung ausgeschnitten hat. Ich war sofort begeistert, da mich der Journalismus an sich und besonders das Thema Paralympics interessieren.“ Das schrieb Niko Langhammer aus Holzkirchen in seiner Bewerbung. Und schickte ein Porträt mit über den sehbehinderten Matthias Krieger: „Ein Krieger, der niemals aufgibt“.

Die Bewerbung hat die Jury des Tagesspiegel sofort überzeugt. Hundert Jugendliche aus ganz Deutschland hatten sich um einen der acht Plätze in der Schülerredaktion unserer Paralympics-Zeitung in Kooperation mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) beworben. Es kamen liebevoll gestaltete und leidenschaftlich formulierte Schreiben und Mails von einer Nordseeinsel im Westen, aus der Lausitz im Osten. Und sogar Post aus der Schweiz. Alles wurde sorgsam gelesen und gewichtet. Einige Kandidaten wollten unbedingt mit den Kollegen unserer Partnerschule, der Kitsilano Secondary School in Vancouver, zusammen auf Recherche gehen, obwohl sie längst studieren – und als freie Journalisten arbeiten. Doch die Paralympics-Zeitung will Schülern Chance geben, großen Sport mitzuerleben – und großartige Persönlichkeiten zu treffen. Ein Beobachter hat mal gesagt: „Ich habe im Leistungssport noch nie so viele Menschen mit Tiefgang kennengelernt.“ So sind sie, die Paralympioniken.

Unsere Schülerzeitungsredakteure wissen das seit fünf Jahren – seitdem engagiert sind die DGUV als Förderer des internationalen Zeitungsprojektes in Kooperation mit dem Deutschen Behindertensportverband. Das Blatt und seine Macher wurden bereits mit mehreren Journalistenpreisen ausgezeichnet. Schüler aus Europa und Asien erstellten die mehrsprachige Paralympics-Zeitung in Athen 2004, in Turin 2006 und in Peking 2008 (s. Bild). Jetzt freut sich auch der DGUV-Vorstandsvorsitzende Hans-Jochim Wolff auf die Spiele in Kanada – Ausgaben des Paralympics-Blattes sollen voraussichtlich auch anderen Zeitungen in Deutschland wie Zeit und Handelsblatt beigelegt werden.

Zum Tagesspiegel-Team gehören nun: Anne Balzer (Forst/Lausitz), Heiko Möckl (Uhldingen-Mühlhofen), Raphael Menke (Trier), Elisa Kremerskothen (Berlin), Franziska Ehlert (Hennigsdorf), Tassilo Hummel (Neckargemünd), Leonie Arzberger (Haag an der Amper) – und Niko Langhammer (Holzkirchen).

Niko schrieb noch etwas in seiner Bewerbung. „Das Thema Paralympics interessiert mich deshalb so sehr, da ich selbst stark sehbehindert bin (10% Sehstärke) und ich selbst bei den Sommerspielen im Judo starten will. Ich bin seit 2008 Mitglied im DBS-Judonationalteam.“

Der Tagesspiegel ist stolz auf sein Team für Kanada. Wir freuen uns darüber, bei der Gala „Nacht der Stars“ dabeizusein. Und gratulieren auch im Namen der Schüler den gerade ausgezeichneten Behindertensportlern des Jahres.

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