Paralympische Spiele : Die Wettbewerbe auf einen Blick

Bei den Paralympischen Spielen in Sotschi starten rund 700 Sportler aus 45 Ländern. Wir stellen die fünf Disziplinen und ihre Favoriten vor.

Biathletin Andrea Eskau geht bei den Paralympics auf Medaillenjagd
Biathletin Andrea Eskau geht bei den Paralympics auf MedaillenjagdFoto: dpa

Biathlon

Der Biathlon-Lauf enthält zwei Schießwettbewerbe mit jeweils fünf Schüssen auf Zielscheiben in zehn Metern Entfernung. Jeder Fehlschuss zieht eine Zeitstrafe nach sich. Die Sportler nehmen ihr Gewehr erst am Schießstand auf. Die Biathleten starten auf einer Kurz-, Mittel- und Langstrecke oder im Staffelwettbewerb. Läufer mit Arm- oder Beinbehinderungen bilden die Klasse „stehend“, Rollstuhlfahrer die Klasse „sitzend“. Sie bewegen sich in einem Sitzschlitten vorwärts. Sehbehinderte Sportler haben einen Begleitläufer. Beim Schießen hilft ein Kopfhörer, der mit Tönen die Entfernung zum Ziel signalisiert. Im deutschen Biathlon-Team gehen mit Andrea Eskau (im Bild), Anja Wicker, Vivian Hösch, Martig Fleig und Willi Brem auch Medaillenkandidaten an den Start. Konkurrenz ist vor allem aus Russland zu erwarten, zum Beispiel mit Irek Airatowitsch Saripow.

Langläufer Tino Uhlig ist in Sotschi einer der Favoriten.
Langläufer Tino Uhlig ist in Sotschi einer der Favoriten.Foto: dpa

Langlauf

Im Langlaufwettbewerb gehen die Athleten in drei verschiedenen Distanzen an den Start: Die Sprintstrecke beträgt einen Kilometer, die mittlere Strecke für Männer zehn und für Frauen fünf Kilometer. Die Distanz der Langstrecke hängt von der Wettkampfklasse ab: bei der Wettkampfklasse „stehend“ kämpfen Männer über 20 Kilometer und Frauen über 15 Kilometer um Medaillen. In der Wettkampfklasse „sitzend“ erstreckt sich die Loipe bei den Männern über 15 Kilometer, bei den Frauen über zehn Kilometer. Außerdem gibt es Staffelwettbewerbe mit Sportlern mit unterschiedlichen Behinderungen und Klassifizierungssystemen. Stehende Langläufer sind auf Langlaufskiern unterwegs, sitzende nutzen einen speziellen Sitzschlitten und Sehbehinderte werden von einem Begleitläufer unterstützt. Dieser gibt Kommandos, um die Richtung vorzugeben und vor Hindernissen zu warnen. Die Läufer werden, je nach Grad der Seheinschränkung, in drei Klassen eingeteilt. Im deutschen Langlauf-Team sind Andrea Eskau, Anja Wicker, Willi Brem, und Tino Uhlig (im Bild) auf Medaillenjagd. Dabei könnten sie Konkurrenz vor allem vom russischen Team bekommen. Russische Hoffnungsträger sind beispielsweise Nikolay Polukhin, Mikhalina Lysova und Elena Remizova.

Andrea Rothfuß gewann bereits zwei paralympische Bronze-Medaillen
Andrea Rothfuß gewann bereits zwei paralympische Bronze-MedaillenFoto: imago

Ski alpin

Das Sportgerät der beiden deutschen Goldfavoritinnen Anna Schaffelhuber und Anna-Lena Forster ist der Monoski, ein auf einem Carvingski angebrachter, gefederter Rahmen mit Sitzschale. Um das Gleichgewicht zu halten, benutzen sie zwei Stöcke, an deren Ende Miniskier angebracht sind. In der Startklasse der stehenden Athletinnen tritt die zweimalige Bronze-Gewinnerin Andrea Rothfuß (im Bild) in den Disziplinen Slalom, Abfahrt, Riesenslalom und Super-G für Deutschland an. Mit der 20-jährigen Französin Marie Bochet hat sie eine starke Konkurrentin. 2013 gewann Bochet sechs Goldmedaillen bei der WM. Das Para-Snowboarding ist in Sotschi zum ersten Mal paralympisch. Es gibt nur einen Wettbewerb für Sportler mit Beinbehinderung, weil es noch kein ausgereiftes Klassifizierungssystem gibt. Für Deutschland startet Stefan Lösler. Beim Boardercross fahren die Athleten nicht im direkten Duell, sondern nacheinander. Von drei Durchgängen werden die besten zwei Zeiten addiert.

Beim Curling treten gemischtgeschlechtliche Teams gegeneinander an
Beim Curling treten gemischtgeschlechtliche Teams gegeneinander anFoto: imago

Curling

Beim Rollstuhl-Curling treten zwei gemischtgeschlechtliche Teams mit je vier Spielern gegeneinander an. Spielen können alle, die durch eine Behinderung täglichen Gebrauch von einem Rollstuhl machen. Die Mannschaften schieben abwechselnd 20 Kilogramm schwere Granitsteine über die Eisfläche. Der Stein wird bei der Abgabe mit einem „Stick“ oder mit der Hand angedreht, was die Bahn des Steines bestimmt. Beim Rollstuhl-Curling wird nicht mit dem Besen „gewischt“. Die Athleten müssen mit ihrer Abgabe zentimetergenau die Position des Steines am anderen Ende der 42 Meter langen Eisbahn bestimmen. Ziel des Spiels ist es, seine Steine in die Zielscheibe mit vier Ringen am Ende der Eisbahn zu bringen und die gegnerischen Steine in eine ungünstigere Position zu schaffen. Je nachdem, wo der Stein im „Haus“ liegt, gibt es Punkte. Das Team, das nach acht Durchgängen die meisten Punkte hat, gewinnt. Deutschland konnte sich nicht für Sotschi 2014 qualifizieren. Die Kanadier, die schon bei den letzten beiden Winterparalympics Gold gewannen, gelten als Favorit. Chancen rechnen sich Schweden und China aus.

Beim Sledgehockey wird die Jagd auf den Puck eröffnet
Beim Sledgehockey wird die Jagd auf den Puck eröffnetFoto: imago

Sledgehockey

Beim Sledgehockey treten zwei Mannschaften mit je fünf Feldspielern und einem Torwart gegeneinander an. Statt auf Schlittschuhen wie beim Eishockey bewegen sich die Sportler auf Schlitten durch die Eishalle, um den Puck mithilfe von zwei kurzen Schlägern ins gegnerische Tor zu befördern. Die Schläger am Griffende sind zwecks Fortbewegung mit Spikes besetzt. Die Schlitten bestehen aus Sitzschale, Rahmen und Kufenblock. Tor- und Spielfeldgröße entsprechen exakt den Eishockey-Maßen und auch der größte Teil des Regelwerks ist gleich. Abweichungen gibt es bei der Spieldauer: Während im herkömmlichen Eishockey drei Perioden zu je 20 Minuten gespielt werden, dauert bei den Sledgehockey-Spielen jeder Abschnitt nur 15 Minuten. In Sotschi kämpfen acht Mannschaften um die Medaillen. Favoriten sind die Titelverteidiger und Weltmeister aus den USA, Kanada aber auch die russische Mannschaft. Die deutsche Mannschaft konnte sich nicht qualifizieren. (Tsp)

Die Übersicht erschien zuerst in der Paralympics-Zeitung. Das E-Paper finden Sie hier

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