Sport : Paris: Kiefer erstmals im Achtelfinale

Christian Tretbar

Paris - Die Fortsetzung war undramatisch und überraschend kurz. Nach nur sechs Minuten Spielzeit stand am Sonntag fest, dass der Hannoveraner Tennisprofi Nicolas Kiefer im Achtelfinale der French Open steht. Schon den ersten Ballwechsel in der wegen Dunkelheit am Samstag beim Stand von 6:4, 7:6 (8:7), 3:6 und 4:4 abgebrochenen Partie gegen den Russen Igor Andrejew entschied Kiefer für sich. „Für mich war der erste Ballwechsel der Knackpunkt“, sagte er später. „Ich dachte nur, bitte lass seinen Return ins Netz gehen.“ Der Ball landete im Netz und acht Ballwechsel später hatte Kiefer den Satz 6:4 gewonnen und das Match für sich entschieden. Der Einzug ins Achtelfinale ist Kiefers größter Erfolg beim Turnier von Paris. Bisher kam er dort nicht über die zweite Runde hinaus.

Aber der Weg ins Achtelfinale war eine Tortur für Kiefer. Schon beim Stand von 3:1 im ersten Satz hatte Kiefer am Samstag den Physiotherapeuten auf den Platz kommen lassen. Der massierte Kiefers Nacken und gab ihm Tipps, wie er seinen Kopf bewegen soll. „Die Schmerzen waren wirklich tierisch. Vor allem beim Aufschlag tat es ordentlich weh“, sagte Kiefer. Ihm habe ein eingeklemmter Nerv zu schaffen gemacht. Ansonsten sei er fit und heiß gewesen. Um 21.43 Uhr am Samstagabend war es dann zu dunkel für ein Tennismatch. „Es war eine Katastrophe. Ich habe mir im Bett über alles Gedanken gemacht und überlegt, wie ich weiterspiele“, sagte Kiefer. Doch viel schlimmer seien die Schmerzen gewesen. Bis Mitternacht musste er sich behandeln lassen. „Ich habe nur sechs Stunden geschlafen, war müde und wollte deshalb schnell gewinnen“, sagte Kiefer. Geholfen hatten ihm aber nicht nur der erste gewonnene Ballwechsel, sondern auch Schmerztabletten. „Ich weiß nicht, wie viele ich genommen habe, aber es ging einfach nicht ohne“, sagte er.

Im Achtelfinale trifft Kiefer heute auf den Argentinier Guillermo Canas. Kiefer ließ sich gestern weiter behandeln und hoffte, dass die Schmerzen verschwinden würden.

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