Sport : Passfälschungen für Transfers: Razzia in Argentiniens Fußball

Buenos Aires - Die argentinische Justiz hat am Freitag im Rahmen von Ermittlungen zu möglichen Betrügereien bei dem Transfer von Fußballspielern an ausländische Klubs insgesamt 110 Büros und Häuser durchsuchen lassen. Einem Bericht der Zeitung „Clarín“ zufolge wurden bei den Aktionen in verschiedenen Teilen des Landes, bei denen etwa 600 Polizisten im Einsatz waren, mindestens 15 Personen festgenommen. Betroffen seien die Büros mehrerer Fußballklubs der ersten Liga, darunter Club Atlético Lanús und Racing Club, sowie das italienische Konsulat in dem Seebad Pinamar, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Telam.

Der zuständige Ermittlungsrichter Norberto Oyarbide schließe unter anderem nicht aus, dass italienische Pässe gefälscht worden sein könnten. Argentinische Spieler beantragen oft die Staatsbürgerschaft eines europäischen Landes, aus dem ihre Vorfahren einwanderten, bevor oder während sie an europäische Klubs verkauft werden.

Dies steigert ihren Markwert, weil sie dann von den europäischen Klubs nicht als ausländische Spieler deklariert werden müssen. Die zulässige Anzahl ausländischer Spieler ist in fast allen nationalen Ligen begrenzt. In Deutschland gab es lange Zeit eine Beschränkung für Ausländer aus Nicht-EU-Staaten, Spieler aus der EU durften unbeschränkt eingesetzt werden. Jetzt müssen mindestens 12 Spieler des Kaders Deutsche sein. Zudem gilt die so genannte Local-Player-Regelung, die eine Mindestzahl im Verein ausgebildeter Spieler vorschreibt. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar