Patrick Ebert : "Eine geile Saison"

Patrick Ebert über den Schlüssel zum Erfolg, die letzten drei Saisonspiele und eine Radfelge

Patrick Ebert, 24, (v.) spielt seit 1998 bei Hertha BSC. In dieser Saison kam er bisher auf zehn Einsätze für die Berliner.
Patrick Ebert, 24, (v.) spielt seit 1998 bei Hertha BSC. In dieser Saison kam er bisher auf zehn Einsätze für die Berliner.Foto: dapd

Herr Ebert, herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg in die Bundesliga. Sind Sie froh, dass der Albtraum zu Ende ist?

Der Albtraum war ja eigentlich die letzte Saison, als wir abgestiegen sind. Wir haben uns das Jahr in der Zweiten Liga selbst eingebrockt, da mussten wir durch, und das haben wir super gemeistert. Jetzt wollen wir noch diese hässliche Schale gewinnen.

Die hässliche Schale, sagen Sie?

Das ist doch eine Radfelge, habe ich gehört.

Wann waren Sie sich sicher, dass der Aufstieg gelingt?

Am ersten Spieltag.

Warum?

Weil wir vor der Saison ausgemacht haben, dass wir 34 Endspiele haben und möglichst alle gewinnen wollen. Das haben wir leider nicht geschafft, trotzdem haben wir eine hervorragende Serie gespielt. Deshalb war mir nie bange, dass wir es nicht packen.

Was hat die Mannschaft ausgezeichnet, dass sie dem Druck standgehalten und den Aufstieg so souverän gemeistert hat?

Der Druck war schon groß, das ist klar: von der Stadt, vom Verein, aber auch von uns selbst. Jeder wollte zurück in die Bundesliga. Ich glaube, der Teamgeist hat die Mannschaft ausgezeichnet. Auch die Spieler, die nicht so viel zum Einsatz gekommen sind, haben immer dazugehört. Ich selbst zum Beispiel war lange verletzt, trotzdem habe ich mich nie außen vor gefühlt. Meine Kollegen haben mich immer unterstützt und mich motiviert, für mein Comeback zu arbeiten. Sie haben gesagt: „Wir brauchen dich.“ Das macht einen natürlich stark. Genauso sind wir die ganze Saison über aufgetreten.

Es gab aber auch eine kritische Phase. In der Hinrunde hatte man manchmal den Eindruck, wenn die Mannschaft richtig Druck bekommt, droht sie umzukippen.

Umkippen würde ich nicht sagen. Natürlich hatten wir eine kleine Schwächephase, aber da sind wir auch wieder rausgekommen. Wir haben einfach eine geile Saison gespielt, finde ich. Es war nicht immer leicht, aber wir haben als Team immer zusammengestanden.

Wie schwer wird es, noch drei Wochen lang die Konzentration hoch zu halten?

Ich glaube nicht, dass das schwer wird. Wir haben keinen Druck mehr, weil wir unser Ziel schon erreicht haben. Jetzt wollen wir die Saison einfach noch vergolden, jeder zieht mit. Auch die jungen Spieler verhalten sich vorbildlich – so wie es bei uns früher nicht immer der Fall war. Die drei Spiele einfach herzuschenken, das wäre doch Schwachsinn. Für die anderen Mannschaften geht es auch noch um was. Wir wollen uns keine Wettbewerbsverzerrung vorwerfen lassen. Wir werden weiter Vollgas geben und die drei Spiele gewinnen.

Dann hätte Hertha mit 77 Punkten einen neuen Rekord in der Zweiten Liga aufgestellt.

Na ja, dann wollen wir eben den Rekord holen.

Aufgezeichnet von Stefan Hermanns.

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