Patrick Hausding weiter glücklos : "Ich habe mir den Arsch aufgerissen"

Diese Schwimm-WM läuft einfach nicht für die deutschen Wasserspringer. Patrick Hausding gibt im Finale verletzt auf. Ebenfalls vom Drei-Meter-Brett kann Nora Subschinski die Patzer der Konkurrenz nicht fürs Finale nutzen.

Patrick Hausding musste das WM-Finale vom Drei-Meter-Brett abbrechen.
Patrick Hausding musste das WM-Finale vom Drei-Meter-Brett abbrechen.Foto: Reuters

Als Patrick Hausding nach dem ersten Sprung aus dem Becken humpelte, war schnell klar: Das Knie macht nicht mit. Der zwölfmalige Europameister musste das WM-Finale vom Drei-Meter-Brett verletzt nach einem Durchgang aufgeben. „Es war sehr risikoreich. Wenn dann schon beim Standsprung Schmerzen auftreten, dann ist es sinnlos. Ich bin mir sicher, wenn ich einen Anlauf gemacht hätte, hätte ich mir das Band gerissen“, sagte der Berliner Wasserspringer am Freitag gefasst in den Katakomben des Aquatics Palace. „Wir denken, dass es eine Bänderverletzung ist oder der Meniskus.“ Näheres soll eine Untersuchung kommende Woche in Berlin ergeben.

Tags zuvor war Hausding beim Einspringen vom Brett abgerutscht, hatte sich mehrere Zehennägel ausgerissen und Schürfwunden zugezogen. Trotzdem sicherte er den weiter medaillenlosen Wasserspringern mit dem Finaleinzug das Minimalziel Olympia-Startplatz für Rio. „Ich habe mir für den Quotenplatz den Arsch aufgerissen, ist nicht nur bildlich gesagt, sondern das ist wirklich so. Auf der Rückseite ist alles aufgescheuert, ich kann nicht richtig sitzen, es eitert, eigentlich kann ich nur rumliegen“, schilderte Hauding, während der Chinese He Chao vor Russland Olympiasieger Ilja Sacharow den hochklassigen Wettbewerb gewann.

Nora Subschinski verschenkte einen Olympia-Platz

Hausding hatte als WM-Titelverteidiger mit Sascha Klein vom Turm nur Platz sechs belegt - ebenso wie mit Stephan Feck vom Drei-Meter-Brett. Ein gezeichneter Bundestrainer Lutz Buschkow („Der Schock mit Paddy hat die Truppe schon mitgenommen“) wünscht sich vor der Turmentscheidung am Wochenende mit Klein und Europameister Martin Wolfram mehr Fortune als bisher in Tatarstan. „Ich hoffe, dass vielleicht mal die Pechsträhne reißt und wir das Glück des Fleißigen haben und da reißen wir uns morgen nochmal intensiv zusammen. Da wird der Kopf jetzt nicht in den Sand gesteckt.“

Stunden zuvor hatte Buschkow nach einem „verschenktem“ Olympia-Platz einen bösen Blick für Nora Subschinski übrig gehabt. „Man bekommt das Finale auf dem Silbertablett serviert und greift nicht zu“, meinte Buschkow nach den Damen-Patzern vom Drei-Meter-Brett angefressen. Der EM-Dritten Tina Punzel mißriet ihr Anlauf zum Auerbachsalto, sie schied als 30. des Vorkampfs aus. Subschinski scheiterte im Halbfinale auf Platz 15. „Es war alles nicht so, echt ärgerlich“, sagte die Berlinerin, die vom Ein-Meter-Brett noch als Siebte überzeugt hatte.

Subschinski und Punzel müssen nun auf den Weltcup im Februar hoffen, um das Rio-Ticket doch noch zu sichern. Selbstverständlich sei ein Weltcup-Start aber nicht, stellte Buschkow klar: „Wer zuvor keine Leistung bringt, wird auch nicht mitfahren.“ (dpa)

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