Sport : Patrick Owomoyela

Wie der Bielefelder das Spiel in Stuttgart erlebte

Oliver Trust

Selbst wenn Patrick Owomoyela nur die Schultern hochzieht, schaukeln seine kleinen schwarzen Rastalocken. So wie nach den 90 Minuten auf dem holprigen Rasen des Gottlieb-Daimler-Stadions im Kabinengang. „Was mit mir passiert, muss Arminia Bielefeld entscheiden“, sagte der 25 Jahre alte Nationalspieler. Bis 2006 läuft sein Vertrag, dass Owomoyela ihn auch erfüllt, ist zumindest fraglich. Der Nationalverteidiger wird vom VfB Stuttgart, dem Hamburger SV und Hertha BSC umworben.

Nicht nur in den ersten 20 Minuten konnten die Zuschauer in Stuttgart sehen, warum Owomoyela so beliebt ist. Zusammen mit Benjamin Lense machte der „beste Außenverteidiger, den ich kenne“ (Bielefelds Trainer Rapolder) im Mittelfeld ordentlich Druck. Owomoyela spielt in Stuttgart lange im Mittelfeld, wird dort sogar zu einer Art Schaltzentrale, bevor er sich später angesichts der Stuttgarter Angriffe auf die Position des Außenverteidigers zurückzieht.

In der fünften Minute spielt er den ersten Fehlpass. Der Ball kullert Meißner vor die Füße, doch der schießt übers Tor. Trotzdem hat Owomoyela die Sache weitgehend im Griff. Seine Zweikampfbilanz fällt positiv aus. Selbst auf dem Stuttgarter Acker kommt er zu Balleroberungen, die er regelmäßig dazu nutzt, den Gegenangriff einzuleiten.

In der zweiten Hälfte zieht sich Owomoyela weiter zurück. Er rettet gegen Cacau, bevor er den Freiraum am rechten Flügel zu einem Pass auf Roberto Pinto nutzt. Pinto verliert den Ball nach einem Zusammenprall mit VfB-Torwart Timo Hildebrand und bleibt im Strafraum verletzt liegen. Owomoyela kann dem Konter der Stuttgarter nicht folgen und rechtzeitig nach hinten laufen. Auf der rechten Seite der Bielefelder Abwehr klafft ein Loch, das Cacau zum 2:0 für den VfB nutzt.

Als Lutz Wagner abpfeift, trottet Owomoyela zum Schiedsrichtergespann und schüttelt artig Hände. Glücklich sieht er nicht aus, als er im Kabinengang die Locken schaukeln lässt, aber er hatte sich an diesem Tag nachdrücklich empfohlen. In Stuttgart und anderswo.

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