Sport : Patzer beim Turn-Krimi

Fabian Hambüchen holt EM-Silber im Mehrkampf

Jürgen Roos

Amsterdam - Als Fabian Hambüchen in der Pressekonferenz zum Mikrofon griff, dachten manche schon, sie würden der mündlichen Abiturprüfung des Turners aus Wetzlar beiwohnen. In bestem Schul-Englisch erklärte der 19-Jährige, was ihm diese Silbermedaille bei der Europameisterschaft in Amsterdam bedeutet. „Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Medaille habe“, sagte Hambüchen nach einem unglaublichen Turn-Krimi, „denn ich habe damit zum zweiten Mal nach der WM im vergangenen Jahr bewiesen, dass ich zu den besten Mehrkämpfern der Welt gehöre.“ Zum besten Mehrkämpfer Europas hatte sich im Amsterdamer RAI-Kongresszentrum kurz zuvor der Russe Maxim Dewiatowski gekrönt.

„Ich habe nach meiner Reck-Übung sogar meine Chance auf Gold gewittert“, sagte Hambüchen, der 2006 WM-Bronze im Mehrkampf holte. Doch am Ende seiner Pauschenpferd-Übung machte er den wohl entscheidenden Fehler. „Ich wollte unbedingt den Abgang mit einer halben Drehung über das ganze Pferd machen, aber dann hat irgendwas mit dem Körperschwerpunkt nicht gestimmt“, sagte er. Einen schweren Sturz konnte Hambüchen gerade noch verhindern, doch wegen des Punkteabzugs hatte er beim abschließenden Ringe-Turnen keine Chance mehr gegen Dewiatowski. „Ich wusste schon vor den Ringen, dass der erste Platz weg ist“, sagte Hambüchen. „Schade, heute war mehr drin.“

Er brauchte einige Augenblicke, um die Enttäuschung zu verarbeiten. Nun will er heute im Reckfinale noch einmal alles geben. Vor einem Jahr hatte er bei der EM in Volos seinen Reck-Titel von 2005 schon nach einem Sturz in der Qualifikation verloren. Heute möchte ihn Hambüchen sich zurückholen.

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