Sport : Paul McCartney hilft

Warum die Schmeling-Halle für Alba im Pokalfinale wichtig ist

Benedikt Voigt

Berlin. Vielleicht wird sich Alba Berlin am Sonntagabend bei Paul McCartney bedanken müssen. Über die Basketballkünste des Beatles ist zwar nicht viel bekannt, aber die Pop-Legende hilft dem Deutschen Basketball-Meister bereits dadurch, dass er an diesem Wochenende in der Kölnarena singt. So kommt es, dass das Pokalfinalturnier in die Max-Schmeling–Halle nach Berlin vergeben wurde. Und nicht nach Köln, obwohl mit Rhein Energie Cologne und Telekom Baskets Bonn zwei der vier Finalteilnehmer aus dem Rheinland kommen.

„Es ist ein außerordentlicher Vorteil, dass wir zu Hause spielen können“, sagt Albas Kotrainer Burkhardt Prigge, „wir haben aber auch ganz schön dafür kämpfen müssen.“ Natürlich wird es für Alba Berlin heute im Halbfinale gegen Gießen (13 Uhr, live im DSF) darauf ankommen, Aufbauspieler BJ McKie zu stoppen, den mit durchschnittlich 25,7 Punkten besten Werfer der Bundesliga. Und natürlich ist es wichtig, wie Alba den Ausfall von Marko Pesic (Handbruch) und vielleicht auch von Jovo Stanojevic (Oberschenkelverletzung) kompensiert. „Trotzdem ist es besser, vor 6000 bis 7000 Berliner Fans zu spielen“, sagt Prigge. Auch in einem möglichen Finale am Sonntag gegen Bonn oder Köln kann die Max-Schmeling-Halle für Alba eine bedeutsame Rolle einnehmen. Schon im letzten Jahr holten sich die Berliner den Pokal vor heimischem Publikum.

Erneut zeigt sich, wie vorteilhaft es ist, eine schmucke Halle für 8500 Zuschauer zur Verfügung zu haben. „Als Hauptnutzer der Halle genießen wir einige Vorteile“, sagt Albas Geschäftsführer Robert Mayer. Köln kann nur gelegentlich auf die Kölnarena zurückgreifen. Alba konnte beim Hallenbetreiber Velomax den Pokalfinaltermin reservieren, obwohl erst am 12. März feststand, dass Alba auch am Finale teilnehmen würde.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) vergibt das Turnier stets an einen der teilnehmenden Klubs. „Die Zeit ist noch nicht reif dafür, dass wir wie im Fußball das Finale immer an einem Ort ausspielen“, sagt BBL-Chef Otto Reintjes. Das schränkt die in Frage kommenden Hallen ein. Die Colorline-Arena in Hamburg oder die Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart fallen aus, weil es in diesen Städten keine Basketball-Bundesligisten gibt. Bundesliga-Hallen wie die Bonner Hartberg- Halle, die nur 3500 Zuschauer fasst, oder das Bamberg-Forum für 5000 Zuschauer sind keine Alternative. „Diese Hallen sind fast zu klein für dieses Event“, sagt BBL-Commissioner Otto Reintjes. Der BBL geht es darum, bei Fernsehen und Sponsoren Werbung in eigener Sache zu betreiben. „Das Pokalturnier ist neben dem All-Star-Game das zweite Schaufenster der BBL“, erklärt Reintjes.

Die Halle ist ein großer Vorteil für Alba. Nach Ansicht von Burkhardt Prigge würde es anderen Klubs aber nicht helfen, eine ähnliche Halle zu bauen. „Wir sind der richtige Verein in der richtigen Stadt in der richtigen Halle“, sagt der Kotrainer. Und Reintjes ergänzt: „So eine Halle kommt einem nicht zugeflogen, dafür muss Alba verdammt hart arbeiten.“ An diesem Wochenende könnte sich die Arbeit mal wieder gelohnt haben.

Gewonnen hat Alba jedoch noch lange nicht. Kölns Manager Michael Mronz sagt: „Wir haben schon zwei Mal in Berlin gewinnen können – außerdem sind wir das beste Auswärtsteam der Liga.“

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