Sport : Pech beim Trickwurf

Hartmut Moheit

Dass ein Unglück selten allein kommt, das gilt auch in Island. Alfred Gislason, der isländische Trainer des Deutschen Handball-Meisters SC Magdeburg, hätte allerdings gern auf die Bestätigung dieses Sprichworts verzichtet. "In dieser Saison ist die Situation bei uns mit Verletzungen wie verhext", sagt er. Da hat ihn gerade die Diagnose über den Gesundheitszustand von Nationalspieler Stefan Kretzschmar und Nenad Perunicic, dem wurfgewaltigen Montenegriner, erreicht: Kretzschmar hat sich einen Jochbeinbruch zugezogen, Perunicic den rechten Daumen gebrochen. Passiert ist das alles in einem Testspiel beim Landesligisten TSG Steinheim. Ohne Schuld der Gastgeber. Kretzschmar ist bei einem Trickwurf auf die Schulter geprallt, Perunicic in einem Trikot hängen geblieben. Und das vor dem Viertelfinale der Champions League gegen Celje Pivovarna Lasko am Sonnabend um 15.30 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle.

"Die Ausfälle sind nicht zu kompensieren", sagt SCM-Manager Bernd-Uwe Hildebrandt, der zuvor schon die deutsche Meisterschaft abgeschrieben hatte. "Die Titelverteidigung ist kein Thema mehr, jetzt müssen wir uns im Europacup und im DHB-Pokal schadlos halten", sagt er. Wie es um die Magdeburger steht, drückt schon das 24:25 zuletzt beim Bundesliga-14. Willstätt-Schutterwald aus. Und in diesem Spiel waren Kretzschmar (3 Tore) und Perunicic (5) noch dabei, die jetzt mindestens sechs bis acht Wochen ausfallen werden. Unter diesem Aspekt scheint die Aufgabe gegen den slowenischen Meister Celje schwer lösbar.

Und dann drehen auch noch am kommenden Sonnabend in der heimischen Bördelandhalle die Sternchen von Holiday on Ice ihre Kringel. Deshalb muss Magdeburg in Berlin spielen und sich an ein fremdes Parkett gewöhnen muss. "Ich sehe darin nicht das größte Problem", sagt Hildebrandt. "Wenn alles gut für uns läuft, könnte ich mir sogar ein Halbfinale oder sogar das Finale der Champions League in Berlin vorstellen. Zwei Drittel der Karten sind in Berlin und Umgebung gekauft worden."

Die Voraussetzung für alles Weitere nennt der Manager selbst: "Wir müssen diese Runde irgendwie überstehen. Danach haben wir etwas Luft." Spätestens zum Final-Four um den deutschen Handball-Pokal am 6. und 7. April in Hamburg hoffen die Magdeburger wieder auf den Einsatz ihrer beiden Torjäger. "Zumindestens den Pokal wollen wir gewinnen." Dringend notwendig wird sein, dass sich die Deckung des Meisters um den in dieser Saison enttäuschenden Steffen Stiebler wieder stabilisiert. Nicht Torhüter Christian Gaudin ist das Problem, wie nach dem Wechsel von Nationaltorhüter Fritz nach Kiel vermutet wurde. Hildebrandt sagt: "Mit 15 Prozent gehaltener Bälle erreicht er einen Spitzenwert." Sorgen bereitet vor allem die Abwehr. Und nun ist auch noch der Angriff geschwächt.

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